HomeBeiträge
Leo Falls Operette »Madame Pompadour« an der Musikalischen Komödie Leipzig Leo Falls Operette »Madame Pompadour« an der Musikalischen Komödie Leipzig Leo Falls Operette...

Leo Falls Operette »Madame Pompadour« an der Musikalischen Komödie Leipzig

Premiere: Samstag, 1. Juni 2019, 19 Uhr

Inkognito stürzt sich die Operettenkönigin der Musikalischen Komödie, Lilli Wünscher, als Pompadour mit ihrer Zofe Belotte in das aufregende Nachtleben des »Musenstalls«. Dort trifft sie nicht nur auf den aufmüpfigen Dichter Calicot, der frivole Spottlieder auf sie singt, sondern auch auf den Grafen René, der unerkannt eine Auszeit vom Land- und Eheleben nimmt. Mitten in den amourösen Verwicklungen versucht der tölpische Polizeiminister Maurepas die Mätresse inflagranti zu erwischen und sie damit beim König bloßzustellen.

 

Copyright: Tom Schulze

Doch Madame Pompadour ist nicht nur bildschön, sondern auch gewitzt: Einfallsreich macht sie Calicot zum Hofdichter und René zu ihrem persönlichen Leibwächter – Zugang zum Schlafgemach inklusive. Einem erotischen Stelldichein stünde nichts mehr im Wege, wären da nicht ein eifersüchtiger König und Renés besorgte Gattin Madeleine. Die Pompadour wäre jedoch nicht die mächtigste Frau Frankreichs, wäre sie allen nicht immer einen Schachzug voraus.

Mit »Madame Pompadour« betritt eine der größten Verführerinnen die Bühne der Musikalischen Komödie. Begehrenswert schön, überlegen intelligent und bemerkenswert machtbewusst – die Pompadour war eine der faszinierendsten Frauen ihrer Zeit. Als offizielle Mätresse von König Ludwig XV.  stieg sie als erste Bürgerliche in die adeligen Zirkel von Versailles auf und bestimmte über zwei Jahrzehnte lang mehr oder weniger im Verborgenen die Geschicke Frankreichs.

Leo Fall setzt ihr 1922 in seiner drittletzten und zugleich erfolgreichsten Operette ein musikalisches Denkmal. Vor dem Hintergrund des umtriebigen Pariser Rokokos, den Regisseur Klaus Seiffert mit Bühnen- und Kostümbildner Tom Grasshof auf die heutige Zeit adaptiert, lässt der Komponist die freizügigen Zwanzigerjahre aufleuchten. Die subtil aufsässige Musik und die anzüglich-witzigen Dialoge von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch sorgten schon damals für einen Sensationserfolg. Klaus Seiffert nutzt in seinem Regiedebüt an der Musikalischen Komödie die erotischen Anspielungen und lässt seine Frauenfiguren mit Charme und Humor der Männerwelt ihre Doppelmoral vorführen. Die musikalische Leitung hat der Chefdirigent der Musikalischen Komödie, Stefan Klingele.
Musikalische Leitung Stefan Klingele
Inszenierung Klaus Seiffert
Bühne, Kostüme Tom Grasshof
Choreografie Mirko Mahr
Choreinstudierung Mathias Drechsler
Dramaturgie Elisabeth Kühne

Marquise von Pompadour Lilli Wünscher | Belotte Mirjam Neururer | Madeleine Aneta Ručková | René Adam Sanchez | Joseph Calicot Jeffery Krueger | König Ludwig XV. Milko Milev | Maurepas Justus Seeger Collin / Prunier Hinrich Horn | Poulard Georg Führer | Caroline Konstanze Haupt | Léonie Franziska Schwarz | Valentine Monika Neesse | Amelie Cornelia Rosenthal | Erste Zofe / Paméla Jana-Maria Eberhardt | Zweite Zofe Claudia Otte | Dritte Zofe Christa Paarsch | Leutnant Praliné Tom Bergmann Österreichischer Gesandter Uwe Kronberg | Boucher Björn Grandt | Tourelle Richard Mauersberger

Ballett der Musikalischen Komödie
Chor der Musikalischen Komödie
Orchester der Musikalischen Komödie

Weitere Aufführungen: 02., 07., 08., 11., 22., 23. & 25. Juni 2019

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Distanziert

Man hat sich fein gemacht für das Fest bei den Capulets, alles glänzt und glitzert, die Damen tragen weite Tellerröcke oder Cocktailkleidchen und etwas zu viel Pailletten, der Hausherr erscheint im…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑