Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Oldenburgisches Staatstheater: ‚Der zerbrochne Krug‘ von Heinrich von Kleist Oldenburgisches Staatstheater: ‚Der zerbrochne Krug‘ von Heinrich von Kleist Oldenburgisches...

Oldenburgisches Staatstheater: ‚Der zerbrochne Krug‘ von Heinrich von Kleist

Premiere: Samstag, 27. April 2019, um 20 Uhr, Kleines Haus

„Ein Krug. Ein bloßer Krug, dem Amte wohlbekannt“ ist wohl das berühmteste Requisit der Theatergeschichte. In Heinrich von Kleists gleichnamiger Komödie ist dieser Krug zerbrochen und wird damit zum Ausgangspunkt einer tragisch-komischen Entwicklung, an deren Ende beinahe die ganze Welt in Scherben liegt.

 

Zerbrochen hat das besagte Gefäß Dorfrichter Adam während der ungeplanten Flucht von einem so geheimen wie erzwungenen Stelldichein mit Eve Rull. Deren Mutter, Marthe Rull, beklagt nun den Verlust des Krugs (und der Ehre ihrer Tochter) vor Gericht, beschuldigt aber Bauernsohn Ruprecht Tümpel als Missetäter. Dieser streitet alles ab. Für das Publikum jedoch weisen alle Indizien bereits zu Beginn des Dramas klar auf den vorsitzenden Dorfrichter Adam. Dieser könnte sich kraft seines Amtes aus seiner misslichen Lage befreien, wäre da nicht der unbestechliche Gerichtsrat Walter … Was als Lappalie beginnt, endet als staatsgefährdendes Politikum.

Regisseur Peter Hailer und sein Team legen in der Inszenierung am Oldenburgischen Staatstheater bei aller Komödie und Wortwitz des Stückes den Fokus auch auf die gesellschaftspolitische Dimension des Dramas. Die prozessierenden Parteien sind Vertreter*innen verschiedener sozialer Schichten in einem Land, das sich nach außen den Anstrich vornehmster Rechtsstaatlichkeit gibt, nach innen aber bereits seit Jahren vor sich hin modert. Mit einer Gesellschaft, deren Krise in der Tatsache besteht, dass das Alte gerade noch stirbt, während das Neue nicht zur Welt kommen kann

Regie: Peter Hailer,  
Bühne: Dirk Becker,
Kostüme: Britta Leonhardt

mit: Agnes Kammerer, Caroline Nagel, Nientje C. Schwabe, Franziska Werner; Fabian Felix Dott, Matthias Kleinert, Jens Ochlast, Johannes Schumacher

Die nächsten Vorstellungen: Do 02. Mai, Mi 08. Mai, Do 23. Mai, Fr 24. Mai, Di 28. Mai, So 02. Juni (15 Uhr), Fr 05. Juli (zum letzten Mal in dieser Spielzeit)

 Das Bild zeigt Heinrich von Kleist

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑