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"Fidelio" - Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven - Theater Bonn

Premiere Mittwoch, 1. Januar 2020, 18 Uhr, Opernhaus

Die erste FIDELIO-Inszenierung des Kalenderjahres 2020 wird durch ihr Erscheinen in der Geburtsstadt des Komponisten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Das Theater Bonn und das Inszenierungsteam um Regisseur Volker Lösch gehen mit Beethoven über Beethoven hinaus, indem sie FIDELIO mit aktuellen Geschichten von politischen Gefangenen in der Türkei und deren Angehörigen aufladen!

 

Beethoven war der erste wirklich politische Komponist der Musikgeschichte, wofür seine FIDELIO das eindringlichste Beispiel ist. FIDELIO handelt von einem Mann, der die Wahrheit über die undemokratischen Verhältnisse in seinem Land sagt und deshalb im Gefängnis verschwindet. Im Zentrum der Oper steht seine Frau Leonore, durch deren Mut nicht nur die Befreiung ihres geliebten Mannes gelingt, sondern auch die Absetzung des Gewaltherrschers.

In FIDELIO macht Beethoven ein musikalisch-politisches Experiment. Seine Ausgangsfrage lautet: Was muss man tun, um das schier Unmögliche zu erreichen? Seine Antwort: Man muss sein Leben riskieren und bereit sein, eine ungeheure Zerreißprobe auszuhalten. Leonore alias Fidelio gelingt dies, und sie löst letztendlich einen gesellschaftlichen Umsturz aus. Hoffnung ist das Hauptmotiv in jeder Szene und Beethovens Musik eine Inspiration für die Verwirklichung von Utopien.

Das Theater Bonn und das Inszenierungsteam um Regisseur Volker Lösch gehen mit Beethoven über Beethoven hinaus, indem sie FIDELIO mit aktuellen Geschichten von politischen Gefangenen in der Türkei und deren Angehörigen aufladen. Die modellhafte Welt von FIDELIO ist ein einziges, großes Gefängnis. Die Türkei ist das aktuelle, europäische Beispiel für einen Staat, in dem Regimegegner verhaftet werden und durch eine Willkürjustiz im Gefängnis verschwinden.

Mit dieser Inszenierung wird sich konkret für die Freilassung von Ahmet Altan, Hozan Canê, Gönül Örs, Soydan Akay und Selahattin Demirtaş eingesetzt. Als Zeitzeugen treten u.a. Dogan Akhanli, der drei Mal in türkischen Gefängnissen war und mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet wurde, sowie Süleyman Demirtaş auf, dessen Bruder Selahattin als wichtigster politischer Herausforderer des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan gilt und wegen angeblicher Terrorunterstützung seit über drei Jahren im Hochsicherheitstrakt in Edirne unrechtmäßig, so 2018 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geurteilt, inhaftiert ist.

Musikalische Leitung  Dirk Kaftan
Inszenierung  Volker Lösch
Bühne  Carola Reuther
Kostüme  Alissa Kolbusch
Videodesign  Christopher Kondek (Termine)
Ruth Stofer (Termine)
Licht  Max Karbe
Dramaturgie  Stefan Schnabel (Termine)
Bernhard Helmich (Termine)
Choreinstudierung  Marco Medved
Szenische Leitung der Wiederaufnahme  Ruben Michael
Musikalische Assistenz  Daniel Johannes Mayr
Studienleitung  Pauli Jämsä
Korrepetition  Igor Horvat
Miho Mach
Bühnenbildassistenz  Ansgar Baradoy
Kostümassistenz  Dieter Hauber
Marina Rosenstein
Luisa Pahlke
Inspizienz  Karsten Sandleben
Regiehospitanz  Christiane Unkrig
Bühnenbildhospitanz  Tabea Gierschmann

Besetzung
Rocco, Kerkermeister  Karl-Heinz Lehner
Tobias Schabel
Don Fernando, Minister  Martin Tzonev
Don Pizarro, Gouverneur eines Staatsgefängnisses  Mark Morouse
Florestan, ein Gefangener  Thomas Mohr
Leonore, seine Gemahlin unter dem Namen "Fidelio"  Martina Welschenbach
Marzelline, Roccos Tochter  Marie Heeschen
Louise Kemény
Jaquino, Pförtner  Kieran Carrel
1. Gefangener  Jonghoon You
Jae Hoon Jung
2. Gefangener  Enrico Döring
Nicholas Probst
Moderator  Matthias Kelle
Kamera  Krzysztof Honowski
Rikisaburo Sato
Chantal Bergemann
Zeitzeugen  Hakan Akay
Dogan Akhanli
Süleyman Demirtas
Agit Keser
Dilan Yazicioglu

Chor  Chor des Theater Bonn
Extrachor  Extrachor des Theater Bonn
Statisterie  Statisterie des Theater Bonn
Orchester  Beethoven Orchester Bonn

Weitere Termine: 4. / 16. / 25. JAN | 2. / 9. / 15. FEB & 14. / 27. MÄRZ.

Das Bild zeigt Ludwig van Beethoven

 

 

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