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"Glorious! Die wahre Geschichte der Florence Foster Jenkins", Komödie von Peter Quilter, Städtische Theater Chemnitz

Premiere: 12. Oktober 2019, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz

Der Wille versetzt Berge! So muss sie es sich gedacht haben: Florence Foster Jenkins – die schlechteste Sängerin der Welt. Im New York der 1940er Jahre war sie ein phänomenales Gesellschaftsereignis. Sie liebte die Musik. Für eine Sopranistin hatte sie allerdings eine schräge Auffassung von Intonation – und mit Noten stand sie eher auf Kriegsfuß. Dennoch quietschte sie sich munter und mit großer Begeisterung durch die Gesangsliteratur und quälte damit so manches empfindliche Ohr.

 

Dank ihrer finanziellen Potenz und ihres Enthusiasmus schaffte sie es immer wieder, ein Publikum um sich zu scharen. Unermüdlich schmetterte sie ihre Darbietungen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen und Bällen von der Bühne. Höhepunkt ihrer Karriere war ein legendäres Konzert in der Carnegie Hall. In ihrem Kopf mag sie mit engelsgleicher Stimme die Welt verzaubert haben, in der akustischen Realität aber bogen sich die Balken und die Zuschauer aus der High Society vor Lachen. Doch Kritik und Zweifel fochten diese exzentrische, willensstarke Dame nicht an. Unbeirrt ließ sie die Welt an den Segnungen ihrer Musikalität teilhaben. Getragen und gestützt wurde sie von einem Freundeskreis, der ebenso schillernd und ausgefallen war wie sie selbst.

Deutschland sucht den Superstar, Germany´s Next Topmodel, Sing my Song: Talentshows sind voll im Trend. Es wird gesungen, getanzt, gemodelt – und das Publikum fiebert mit, ergreift Partei und hofft, dass es der eigene Favorit in die nächste Runde schafft. Wer gewinnt, darüber entscheidet erstaunlicherweise oft nicht das Können. Daniel Kübelböck (DSDS 2003; 1. Staffel) ist nur ein Beispiel, welches zeigt, dass ein Publikumsliebling andere Qualitäten mit sich bringen muss. Unbestritten war auch Florence Foster Jenkins sängerisches Talent begrenzt. Ihr unbedingter Willen, am eigenen Lebenstraum festzuhalten, kannte hingegen keine Grenzen. Dafür wurde sie von ihren Fans bewundert – und von den Kritikern verlacht. Regisseur Herbert Olschok spürt diesem Phänomen nach und untersucht damit nicht zuletzt auch die Kehrseite der glitzernden Bühnenwelt: die bösartige Lust der Gesellschaft an der Lächerlichkeit. „Glorious!“ ist also mehr als „nur“ Komödie, es ist eine anrührende Hommage an eine Frau, deren Lebensfreude und Liebe zur Musik bewundernswert und absolut ansteckend sind.

Aus dem Englischen von Horst Johanning

Regie: Herbert Olschok
Bühne: Alexander Martynow
Kostüme: Sabine Pommerening

Es spielen: Katka Kurze (Florence Foster Jenkins), Marko Bullack (Cosme McMoon, ein Pianist), Philipp von Schön-Angerer (St. Clair Bayfield, Geliebter von Florence), Ulrike Euen (Dorothy, Freundin von Florence), Magda Decker (Maria, Köchin und Haushaltshilfe), Lauretta van de Merwe (Mrs. Verindah-Gedge, Vorsitzende der Opernfreunde)

Die nächsten Vorstellungen sind am 20. Oktober, 15.00 Uhr sowie am 26. Oktober, 19.30 Uhr.

 

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