HomeBeiträge
IWANOW von Anton Tschechow im Schauspiel StuttgartIWANOW von Anton Tschechow im Schauspiel StuttgartIWANOW von Anton...

IWANOW von Anton Tschechow im Schauspiel Stuttgart

Premiere So – 17. Nov 2019, 19:30 – Schauspielhaus

Der Gutsbesitzer Nikolai Alexejewitsch Iwanow ist ein Mensch ohne Aufgabe. Er lebt mit seiner Frau in einer kleinen russischen Provinzstadt. Seine Frau Anna Petrowna ist Jüdin, die für ihn zum Christentum konvertiert ist und deswegen von ihren Angehörigen verstoßen wurde. Lieben kann er sie längst nicht mehr, und selbst als er vom befreundeten Arzt Jewgeni Lwow erfährt, dass sie unter Schwindsucht leidet – was die beiden ihr verheimlichen –, fühlt er sich nicht verantwortlich.

 

Anstatt seiner Frau beizustehen, verbringt er die Abende immer öfter auf dem Gut der Lebedews, die illustre Gelage veranstalten, hinter vorgehaltener Hand über den lächerlichen Iwanow lästern und sich antisemitisch über seine Frau äußern. Da Anna Petrowna ihn nicht davon abhalten kann, dorthin zu fahren, reist sie ihm nach und erwischt ihren Mann in flagranti mit der jungen Sascha. Aber auch nach einer direkten Konfrontation möchte Iwanow nicht von seiner egoistischen Lebensweise abrücken.

Robert Ickes Bearbeitung bringt Tschechows Figuren in die Gegenwart. Dabei bleiben sie Gefangene einer Zwischenzeit, die spüren, dass etwas ohne ihr Zutun zu Ende gegangen ist und etwas Neues sich seinen Weg bahnt, dem sie aber nicht mehr angehören werden. Iwanow ist ein gescheiterter Intellektueller, zu getrieben für das Alltägliche, aber zu träge für das Außergewöhnliche, weil er nicht in der Lage ist, an etwas zu glauben.

in einer neuen Bearbeitung von Robert Icke
Deutsch von John Birke

Inszenierung
Robert Icke
Bühne
Hildegard Bechtler
Kostüme
Wojciech Dziedzic
Licht
Natasha Chivers
Video
Tim Reid
Sound Design
Joe Dines
Dramaturgie
Ingoh Brux

MIT: Benjamin Grüter, Paula Skorupa, Klaus Rodewald, Michael Stiller, Marietta Meguid, Nina Siewert, Felixel Strobel, Christiane Roßbach und Peer Oscar Musinowski

Weitere Vorstellungen: So – 01. Dez, Sa – 14. Dez, Do – 26. Dez sowie ab Januar 20

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑