Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Kabakon oder Die Retter der Kokosnuss" - Ein Theaterspektakel nach dem Roman „Imperium“ von Christian Kracht - Theater am Rand, Zollbrücke 16, 16259 Oderaue"Kabakon oder Die Retter der Kokosnuss" - Ein Theaterspektakel nach dem Roman..."Kabakon oder Die Retter...

"Kabakon oder Die Retter der Kokosnuss" - Ein Theaterspektakel nach dem Roman „Imperium“ von Christian Kracht - Theater am Rand, Zollbrücke 16, 16259 Oderaue

Premiere Fr 6.9.2019,19:00

Erzählt wird die Geschichte von August Engelhardt, der vor hundert Jahren mit einem radikalen Experiment die Welt retten wollte – und grandios scheiterte. Das geht nur mit einem radikal neuen Theaterspektakel unter Einbeziehung des gesamten Theatergeländes und der Landschaft.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts macht sich ein junger Mann auf in die deutschen Kolonien der Südsee. Er kauft die Insel Kabakon im damaligen Deutsch-Neuguinea, um Kokosnüsse anzubauen, zu ernten, und sich von diesen zu ernähren. Ausschließlich. Sein Beitrag zur Weltrettung. Der erste Extremveganer mit starkem religiösem Motiv. Die Kokosnuss gilt ihm als das Ebenbild Gottes. Er reist auf die Insel in der Hoffnung auf Nachahmung. Ein Sonnenorden soll entstehen. Christian Kracht erzählt in seinem Roman „Imperium“, erschienen 2012, die Geschichte dieser Unternehmung – und ihr grandioses Scheitern.

In der Inszenierung geht es um die Imperien, die uns beherrschen, bestimmen, unter deren Gewalt, Einfluss und Atmosphäre wir stehen. Und um die Impulse, diese Einflusssphären zu verlassen. Wie August Engelhardt. Eine Insel suchen. Kabakon. Das tun, was sonst niemand tut. Konsequent. Weltrettend. Mit großer Utopie, Illusion, Sehnsucht. Freilich ist er verdammt zum Scheitern. Denn die nächsten Imperien warten. Und er scheitert auch an sich selbst, an seinen Ansprüchen, seiner fanatischen Religiosität, auch an seinem Antisemitismus. Zwar hat August Engelhardt überlebt, der Kokovore und Nudist, aber das Coca-Cola-Imperium macht ihn zum Hollywood-Stoff der Träume. Global, weltumspannend. In nuce: Hinter dem scheinbaren Nihilismus steckt die Sehnsucht nach einem anderen Weltzustand.

Auch um die Freude am Spiel und die Lust an einer provokanten Alternativgeschichte geht es. Erzählt wird die Robinsonade des Paradiesvogels Engelhardt. Das Insel-Topos macht den Roman interessant für das Theater am Rand und seine Begründer. Das Theater selbst ist ein radikalökologischer Raum. Ganz aus Holz. Die Natur draußen wird ins Haus geholt, das selbst Natur ist. Krachts Engelhardt-Geschichte ist für den Rand gemacht. Das Unmögliche versuchen. Mit der Gefahr zu scheitern. Aber Sieg und Niederlage sind keine Kategorien für das Theater am Rand.

Solcherart geballte radikale Gedanken verlangen auch eine eigne Theaterform. Es erwartet Sie ein Theaterspektakel unter Einbeziehung des gesamten Theatergeländes und der Landschaft.

Das Stück wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

Es spielen
Julia Jäger
Wolfgang Krause Zwieback
Christian Schmidt
Thomas Rühmann
­Tobias Morgenstern

September
Do 05.
19:00 Uhr
buchbar
Fr 06.
19:00 Uhr
buchbar
Sa 07.
18:00 Uhr
buchbar
So 08.
17:00 Uhr
buchbar

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑