HomeBeiträge
"Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang Goethe - Volkstheater Wien/Bezirke"Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang Goethe - Volkstheater..."Die Leiden des jungen...

"Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang Goethe - Volkstheater Wien/Bezirke

FR 03. MAI 2019 19.30, Volkstheater

Ein junger Mann fährt aufs Land. Dort schwärmt er für die Natur und schreibt Briefe. Außerdem verliebt er sich in eine schwarzäugige Frau, die schon einem anderen gehört, und wird einige Zeit später mit einer Pistole in der Hand und einer Kugel im Kopf tot aufgefunden.

 

Werther, Charlotte, Albert. Enthemmte Emotionen, verführerische Verbote, dramatische Depressionen. Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind – die Träume einer ganzen Epoche, genannt Aufklärung. Goethe hat sie 1774 mit dem stürmend-drängenden Instinkt eines 25 Jahre alten, talentierten Jungdichters zu Papier gebracht. Die Aufklärung: ein hellwaches Zeitalter, bis ins letzte Eck ausgeleuchtet mit der Fackel der Vernunft, bis in den kleinsten Winkel ausgeräuchert und befreit vom Ungeziefer (die Kakerlaken des Aberglaubens, die Nachtfalter der Mystik, die Läuse der Leidenschaft). Wovon träumt der Mensch, wenn er im Wachzustand nach den Regeln von Ratio und Kalkül zu funktionieren hat und sein Gefühlshaushalt so hübsch aufgeräumt sein soll wie eine Musterküche bei IKEA? Genau. Er träumt vom Gegenteil. Goethes Werther ist eine Bespiegelung des Exzesses: gnadenlose Liebe, krankhafte Eifersucht, unheilbare Egomanie – und am Ende, folgerichtig, ein ekstatischer Tod?

Der junge Regisseur Calle Fuhr erarbeitete seine ersten Inszenierungen am Volkstheater. Von den Beinen zu kurz (2015 in der Roten Bar) und Philoktet (2017 im Volx/Margareten) wurden zum tschechischen Divadelni Flora Festival eingeladen.

in einer Fassung von Calle Fuhr

Regie Calle Fuhr
Ausstattung Calle Fuhr
Musik Alexander Wanat
Dramaturgie Kai Krösche

mit Sören Kneidl (Albert), Tilla Rath (Lotte), Anton Widauer (Werther)

Premiere und geht ab 8. Mai auf Tournee.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Distanziert

Man hat sich fein gemacht für das Fest bei den Capulets, alles glänzt und glitzert, die Damen tragen weite Tellerröcke oder Cocktailkleidchen und etwas zu viel Pailletten, der Hausherr erscheint im…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑