Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"MEPHISTO" NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN VON KLAUS MANN - Schauspiel Hannover"MEPHISTO" NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN VON KLAUS MANN - Schauspiel Hannover"MEPHISTO" NACH DEM...

"MEPHISTO" NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN VON KLAUS MANN - Schauspiel Hannover

PREMIERE 15.02.18, 19:30 UHR, SCHAUSPIELHAUS

»Im Parkett riss man Mund und Augen auf. Man verschlang die Gesten der drei Menschen dort oben in der Loge als das außerordentliche Schauspiel, als zauberhafte Pantomime, deren Titel lautet: Der Schauspieler verführt die Macht.«

Deutschland 30er Jahre. Der Schauspieler, von dem hier die Rede ist, heißt Höfgen, Hendrik Höfgen, ein Ausnahmetalent – von vielen bewundert, von vielen beneidet, von einigen verachtet.

 

Die Macht – in persona des dicken Fliegergenerals und seiner Frau –, mit einer besonderen Affinität zur prunksüchtigen Inszenierung einer ganzen Nation, hält ihn sich als ihr Paradepferd, obwohl oder gerade weil Höfgen nicht einer der ihren ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten. Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen, den Mächtigen, erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher, so scheint es, dazu. Im Moment seines größten Erfolges, in jenem Moment in der Loge, weiß Höfgen: »Jetzt habe ich einen Flecken auf der Hand, den bekomme ich nie mehr weg – Jetzt habe ich mich verkauft – jetzt bin ich gezeichnet.«

Der Publizist und Autor Klaus Mann (1906 –1949) schrieb Mephisto im Exil, von dem aus er den antifaschistischen Widerstand organisierte. Das Buch ist eine Abrechnung mit einem Künstler, der 1933 das Land nicht verließ und glaubte, seine Karriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt meistern zu können.
 

  • Regie Milan Peschel
  • BühneNicole Timm
  • Kostüme Magdalena
  • Musial Video Jan Speckenbach
  • Musikalische Leitung Daniel Regenberg
  • Dramaturgie Judith Gerstenberg


Mit Rainer Frank, Günther Harder, Henning Hartmann, Carolin Haupt, Silvester von Hösslin, Janko Kahle, Juri Kudlatsch, Vanessa Loibl, Jonas Steglich, Sabine Waibel

Bild: Klaus Mann

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑