Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
»mögliche welten« heisst das Motto des theaters magdeburg für die Spielzeit 2007/2008.»mögliche welten« heisst das Motto des theaters magdeburg für die Spielzeit...»mögliche welten« heisst...

»mögliche welten« heisst das Motto des theaters magdeburg für die Spielzeit 2007/2008.

Unter dem Motto »mögliche welten« werden sich Künstler des Theaters in diesem Jahr mit Stoffen auseinandersetzen, in denen es um radikale Selbstbestimmungen in radikal zugespitzten Situationen, um Umkehr im persönlichen Handeln, um das Denken der Vielfalt, um Lob und Grenzen der Subjektivität gehen wird. Denn was ist Theater anderes als ein Versuchsort für denkbare, erträumbare oder auch zu fürchtende »mögliche Welten«?

Insgesamt präsentiert das Theater 9 Musiktheaterpremieren, 3 Ballettpremieren, 16 Schauspielpremieren, darunter zwei Deutschsprachige Erstaufführungen im Schauspiel, eine Deutschsprachige Erstaufführung im Musiktheater sowie zwei Uraufführungen im Ballett sowie zahlreiche Eigenproduktionen in Musiktheater und Schauspiel von und mit Mitgliedern des Jugendclubs Theater Magdeburg.

 

Höhepunkte 2007/2008

 

Der Auftakt dieser neuen Spielzeit gilt einem besonders schönen Anlass: im Jahr 2007 feiert die magdeburgische philharmonie ihren 110. Geburtstag; sie wird das Jubiläum mit einem Festkonzert am 1. September feierlich begehen.

 

Das Schauspiel startet die Saison mit der Premiere der Deutschsprachigen Erstaufführung »Allwissen« des Kanadiers Tim Carlson in der Regie von Isabel Osthues. (Ihre Magdeburger Inszenierung des Stückes »Heuschrecken« von Biljana Srbljanovic war in der Diskussion für eine Einladung zum diesjährigen Berliner Theatertreffen.) Generalintendant Tobias Wellemeyer inszeniert »Die Möwe« von Anton Tschechow.

 

Andreas Kriegenburg wird nach seinem erfolgreichen Operndebüt mit Glucks »Orpheus und Eurydike« an der Oper Magdeburg, das für den Deutschen Theaterpreis nominiert war, erneut für die Oper und erstmalig auch für das Magdeburger Schauspiel inszenieren: Mozarts »Idomeneo« und Lessings »Emilia Galotti«.

 

Ebenfalls in beiden Sparten wird der deutschlandweit erfolgreich inszenierende renommierte Schauspiel- und Opernregisseur Markus Dietz tätig sein: er bringt Schostakowitschs Oper »Lady Macbeth von Mzensk« und das Schauspiel »Das Ende der Zivilisation« heraus. 2005 inszenierte Markus Dietz erfolgreich am Schauspiel Magdeburg das transatlantische Theater-Live-Projekt »das treffen – the other side«, einen Simultantheaterabend mit Magdeburgs amerikanischer Partnerstadt Nashville.

 

Mit der interessanten Telemann-Wiederentdeckung »Flavius Bertaridus, König der Langobarden« in der Regie der jungen Cordula Däuper wird sich das Theater an den 18. Telemann-Festtagen 2008 beteiligen.

 

Neben Tim Carlsons »Allwissen« wird das Schauspiel Magdeburg eine weitere deutschsprachige Erstaufführung herausbringen, diesmal für junge Zuschauer: Das Stück unter dem Titel »Voll abgedreht!« ist ebenfalls eine Entdeckung aus Kanada. Mit Yasmina Rezas Erfolgsstück »Der Gott des Gemetzels« und mit Lars von Triers bewegender Parabel »Breaking the Waves« wird das Schauspiel Magdeburg außerdem zwei weitere ganz aktuelle Bühnenstücke nach Magdeburg holen.

 

Die junge Schauspielregisseurin Julia Hölscher stellt sich mit der Regie »Kasimir und Karoline« erstmals in Magdeburg vor. Im April 2007 wurde sie auf dem Treffen deutscher Regieschulen zur Besten Nachwuchsregisseurin gekürt.

 

Auch Annette Pullen wird eine neue Inszenierung für das Schauspiel Magdeburg vorlegen: »Iphigenie auf Tauris« von Johann Wolfgang Goethe. Die Regisseurin wurde im Juni 2007 in Wiesbaden mit dem diesjährigen Otto-Kasten-Preis für junge Theaterleute ausgezeichnet.

 

Die Compagnie von Ballettdirektor Gonzalo Galguera bereitet drei große Ballettproduktionen vor und lädt erneut zu einem dreitägigen Tanzfest ein. Ab dieser Spielzeit wird eine Interessengemeinschaft Ballett sich der besonderen Pflege und Unterstützung von Galgueras ehrgeiziger junger Magdeburger Compagnie widmen.

 

Wie schon im letzten Jahr, wird das Theater auch 2007/2008 der ästhetischen Jugendbildung sein spezielles Augenmerk schenken – verstärkt im Musiktheater. Wie Musiktheater entsteht und wie viel schönes und interessantes es dort zu entdecken gibt – das wird in vielfältigen Angeboten, darunter einer Kinder- und einer Jugendopernproduktion in der »jungen bühne« und einer Neuauflage der in der vergangenen Spielzeit erfolgreich gestarteten Werkstattwoche »unerhört – junge musik magdeburg« für Schulklassen im Opernhaus, zu erleben sein. Konzerte für junge Zuschauer und Möglichkeiten zum eigenen künstlerischen Sich-Ausprobieren ergänzen das Programm.

 

projekt mögliche welten

Erkundungen in der Wirklichkeit

 

Es gibt nichts Interessanteres als den anderen Menschen. Wie lebt mein Nachbar, der Passant auf der anderen Straßenseite, das Gegenüber in der Straßenbahn, die Familie vor mir in der Supermarktschlange, das Paar an der Partybar? Ihre Lebensentwürfe, Ansichten und Träume sind so divers wie ihre Herkünfte und Lebensumstände. Was ist ihre Hoffnung, ihre Utopie, ihre Vorstellung von Glück? Wie lebt es sich für sie in einer globalisierten Welt, in einer Welt, in der soviel Neues und Ungewohntes geschieht? Wo finden sie ihren Platz, ihre Gleichgesinnten, ihre Freunde, vielleicht ihre Szene? Viele tausend Lebenswirklichkeiten gibt es in einer Stadt.

Der Regisseur Lukas Langhoff und sein Team werden sich in Magdeburg auf Erkundungsfahrt begeben und unterschiedliche Lebensräume besuchen. Sie werden Menschen und ihre individuellen Wirklichkeiten kennen lernen und daraus – Rechercheure und Künstler zugleich – vier verschiedene Abende für das Theater erfinden. Wie in einem Laboratorium des Glücks werden sie die »möglichen welten«, denen sie begegnet sind, auf der Bühne für uns alle sichtbar und erlebbar machen.

Regie Lukas Langhoff Bühne und Kostüme Sven Nahrstedt Team Esther Holland-Merten, Remsi Al Khalisi Präsentationen 4x in der Spielzeit Spielort schauspielhaus/studio

 

»Titanic – Das Musical« von Maury Yeston 2008 open air in Magdeburg

 

Das Theater Magdeburg nimmt als erstes deutsches Stadttheater »Titanic – Das Musical« auf den Spielplan. Die Premiere des Musicals aus der Feder von Maury Yeston (Musik und Liedtexte) und Peter Stone (Buch) ist für den 21. Juni 2008 angesetzt. Gespielt wird bis Mitte Juli unter freiem Himmel.

Nach der Stage Entertainment-Großproduktion in Hamburg (2002/03) ist dies die zweite professionelle Inszenierung von »Titanic – Das Musical«, die in Deutschland gezeigt wird.

Die Regie übernimmt Nico Rabenald, der in der Vergangenheit u. a. für die Freilichtspiele Tecklenburg »Hair«, »The Rocky Horror Show« und »La Cage Aux Folles«, für das Staatstheater Braunschweig »My Fair Lady« und für das Oldenburgische Staatstheater »West Side Story« inszenierte und als Musicalübersetzer (u. a. »Hair«, »West Side Story« und »The Fantasticks«) in Erscheinung trat.

 

Premiere 21. 06. 2008 Spielort: N.N. open air

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 29 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑