Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Essen: "Peer Gynt" von Henrik IbsenTheater Essen: "Peer Gynt" von Henrik IbsenTheater Essen: "Peer...

Theater Essen: "Peer Gynt" von Henrik Ibsen

Premiere: 13. Dezember 2019, 19:00 Uhr, Casa

Sein Vater vernichtete im Suff die Existenzgrundlage der Familie, seine Mutter und er blieben, vom Bankrott schwer gezeichnet, allein zurück. Die soziale Katastrophe seiner Jugend hinterlässt Spuren in Peers Psyche, ein Leben lang. Er lechzt nach Anerkennung, will es der Welt beweisen, fühlt sich zunächst für die Mutter verantwortlich und spürt zugleich, er wird den Vater nicht ersetzen können.

 

Der Fantast Peer ersinnt die wildesten Geschichten, flieht vor Wirklichkeit wie Verpflichtungen. Abenteuerdurstig jagt er sich selbst um die halbe Welt: verliebt sich in Solveig, entführt Ingrid von ihrer eige-nen Hochzeit, landet am Hof des Trollkönigs, lebt allein im Wald, residiert als Groß-kapitalist in Marokko, betreibt Menschenhandel, wird Prophet und imaginierter Kaiser in Ägypten, um am Ende seines Lebens doch wieder Solveig gegenüberzustehen ...

Peer Gynts Ich-Bezogenheit, Selbstinszenierung und Angst vor Mittelmäßigkeit, seine nicht enden wollende Suche nach Liebe und Anerkennung – Henrik Ibsens dramatisches Gedicht lässt schnell vergessen, dass es aus dem Jahr 1867 stammt. „Wild und formlos“ nannte der Autor selbst seinen „nordischen Faust“, für den er sich unter anderem aus dem Fundus der norwegischen Volksdichtung bediente. Ibsens Stationen-drama steht für eine Einzelbiografie, aber auch für unsere Zeit, in der sich die Welt gefühlt täglich schneller dreht. Und es scheint, dass wir mitunter sein können, was wir über uns erzählen ...

Es spielen Alexey Ekimov, Ines Krug, Sabine Osthoff, Silvia Weiskopf; Musiker: Christoph König.

Inszenierung: Karsten Dahlem,
Bühne und Kostüme: Franziska Sauer,
Video: Hannes Francke,
Musik: Christoph König,
Dramaturgie: Judith Heese, Simon Meienreis.

Die Inszenierung ist geeignet für Zuschauer ab 16 Jahren.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑