Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Pforzheim: „Märchen im Grand-Hotel“, Lustspieloperette von Paul Abraham mit einem Vor- und Nachspiel nach Alfred SavoirTheater Pforzheim: „Märchen im Grand-Hotel“, Lustspieloperette von Paul...Theater Pforzheim:...

Theater Pforzheim: „Märchen im Grand-Hotel“, Lustspieloperette von Paul Abraham mit einem Vor- und Nachspiel nach Alfred Savoir

Premiere am Samstag, 25. Dezember um 19 Uhr im Großen Haus

Marylou will ihr eigenes Ding drehen und schließt einen Deal mit ihrem Vater, dem Filmmogul Sam Makintosh: Wenn sie es schafft, innerhalb von drei Monaten das Erfolgsdrehbuch zu liefern, das die existenzbedrohte Filmfirma retten kann, darf sie in das Unternehmen einsteigen, statt die Konkurrenz heiraten zu müssen.

 

Copyright: Theater Pforzheim

Sie reist an die Côte d’Azur, wo Isabella, ihres Zeichens exilierte Infantin von Spanien, samt ihres Hofstaats im Grand Hotel residiert. Marylou will Inspiration für ihren Film über die Romanzen und Intrigen des europäischen Adels sammeln – und die Adligen direkt als Protagonisten anheuern. Im Hotel wird Isabella vom ungeschickten Zimmerkellner Albert angehimmelt. Aber hat so eine unstandesgemäße Verbindung eine Chance? Auch Marylou beginnt, in Isabellas Verlobtem Prinz Andreas Stephan mehr zu sehen als einen der Protagonisten ihres künftigen Blockbusters. Und sie ist nicht die Einzige, die im Grand Hotel ihre wahre Identität verbirgt ...

Gemeinsam mit seinen Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda gilt der Ungar Abraham als einer der Mitbegründer der modernen Großstadt-Operette. Seine Operetten zeichnen sich durch die konsequente Einbindung von Jazz-Elementen, zeitgenössischen Tänzen, ungarischen Melodien sowie Umzugs- und Zwischenaktmusik aus.

Die Weiterentwicklung des 1934 noch in Wien uraufgeführten „Grand-Hotel“ schlägt sich vor allem darin nieder, dass das Werk von Grünwald, Löhner-Beda und Abraham als Parodie auf das Genre der Operette angelegt ist: Statt traditionelle Paarungen in der Dienstboten- und Oberschicht zu präsentieren, wird unablässig mit Standesunterschieden kokettiert, bevor sich die Paare am Ende über Kreuz finden.

Musikalisch werden die Standesunterschiede dazu deutlich wie in einer Karikatur: Die königlichen Hoheiten geben Walzerlieder mit ungarischem Kolorit zum Besten, während die amerikanische Jungregisseurin den seinerzeit besonders populären Foxtrott feiert und die Steppschuhe qualmen lässt. Auch mehr als ein romantischer Slowfox und Tango sind dabei, wenn der verliebte Zimmerkellner von seiner angebeteten Prinzessin träumt. Zahlreiche Jazz-Elemente sorgen für einen spritzigen, neuen Orchesterklang und einen kurzweiligen Abend mit garantiertem Happy End.

Libretto

von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda
Bühnenpraktische Rekonstruktion der Musik von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger

Mit Jon Geoffrey Goldsworthy, Elise de Heer, Thorsten Klein, Joanna Lissai, Spencer Mason, Jens Peter, Benjamin Savoie, Lukas Schmid-Wedekind, Helena Steiner und Philipp Werner

Ballett

Theater

Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim

Musikalische Leitung Florian Erdl

Inszenierung

Tobias Materna
Bühnenbild Jörg Brombacher
Kostüme Gesa Gröning
Choreografie Janne Geest
Lichtdesign Andreas Schmidt

Weitere Vorstellungen am 29. Dezember, 2. und 22. Januar 2022 sowie an vielen weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑