Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Sechs Koffer" von Maxim Biller - Thalia Theater HamburgUraufführung: "Sechs Koffer" von Maxim Biller - Thalia Theater HamburgUraufführung: "Sechs...

Uraufführung: "Sechs Koffer" von Maxim Biller - Thalia Theater Hamburg

Premiee 19. Oktober 2019, 20 Uhr, Thalia Gauß

Irgendjemand musste den Großvater Schmil denunziert haben. Warum sonst hätte man ihn im Frühjahr 1960 am Flughafen in Moskau mit ein paar hundert Dollar als Devisenschmuggler verhaftet? Drei Monate später wird der Großvater hingerichtet. Wer hatte ihn verraten? Könnte es jemand aus der Verwandtschaft gewesen sein? Es gibt Gerüchte und Verdächtigungen, denen der Enkel Maxim im Laufe der Jahre nachgeht.

 

Copyright: Fabian Hammerl

War es Onkel Dima, der einige Jahre im Gefängnis verbrachte? Oder Tante Natalia, die Onkel Dima mit geheimen Akten erpresst hat? Oder sogar der eigene Vater, der einmal mit Natalia zusammen war? Und was ist mit dem reichen Onkel Lev, der als erster in den Westen floh und mit dem seit Jahren niemand mehr in der Familie spricht? Der Erzähler Maxim öffnet Kapitel für Kapitel ein familiäres Schuldgepäck, verteilt auf sechs Koffer. Es gibt einiges aus unterschiedlichen Perspektiven zu besichtigen und es bleibt die Frage, wem kann man vertrauen in Zeiten großer Zerrissenheit?

„Sechs Koffer“ erzählt von einer Familie, die es von Ost nach West verschlägt und die ihr dunkles Geheimnis durch die Zeiten trägt. Maxim Biller war zehn, als er mit seiner Familie Prag verließ: „Wir sind 1970 nach Hamburg gekommen und lebten im Kreise von jüdischen und osteuropäischen Emigranten. Man besuchte sich fast jeden Tag, natürlich unangemeldet, und ich habe alle möglichen Biografen kennengelernt. Und damit alle möglichen, auch schuldhaften Verstrickungen, wobei die meisten Menschen eher schwach als böse sind. Oder böse sind, weil sie schwach sind.“

Regie Elsa-Sophie Jach
Bühne Marlene Lockemann
Kostüme Aleksandra Pavlović
Musik Max Kühn
Video Leonie Kellein
Dramaturgie Matthias Günther

Mit Marie Jung, Bekim Latifi, Tim Porath, Lisa Florentine Schmalz, Paul Schröder, Marie Rosa Tietjen

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑