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Uraufführung: „November 1918“ nach Döblin, Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Premiere: 3. November 2018, 19.30 Uhr, DNT-Weimar / Großes Haus

Berlin taumelt. Kriegsniederlage und Revolution bringen das gesamte Gefüge des Staates ins Wanken. Linke und rechte Kräfte liefern sich politische Machtkämpfe, die immer wieder um die Galionsfiguren Friedrich Ebert, Paul von Hindenburg, Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg kreisen. Das geschlagene Militär lauert indessen auf seine Wiederkehr, während die Kriegsgewinnler schamlos zwischen allen Fronten agieren. In dieses Chaos kehren die Soldaten Becker und Maus, verletzt und traumatisiert, heim. Doch wo tut sich im krisengeschüttelten Berlin eine neue Lebensaufgabe auf? Und hat die Hoffnung auf den ›süßen Frieden‹, die Becker umtreibt, Bestand?

 

Copyright: Candy Welz

Die Novemberrevolution vor hundert Jahren, aus der die erste deutsche Demokratie - die Weimarer Republik - hervorgegangen ist, hat kaum ein anderer Autor so umfassend und vielfältig beschrieben wie Alfred Döblin. In seinem Romanepos »November 1918« verweben sich Zeit-, Individual- und Politikgeschichte zu einem einerseits monumentalen, andererseits immer wieder sarkastisch-ironisch gebrochenen Panorama.

In einer spartenübergreifenden Produktion von Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle Weimar bringt das Deutsche Nationaltheater Weimar Döblins Roman „November 1918“ erstmals auf die Bühne. Regie führt André Bücker, Intendant des Theaters Augsburg, der das vierbändige Werk gemeinsam mit Chefdramaturgin Beate Seidel in einer Theaterfassung verdichtet hat. Stefan Lano, Erster Kapellmeister am DNT Weimar, wird den Abend nicht nur musikalisch leiten, sondern gestaltet ihn auch als Komponist mit. Seine Musik steht neben Musik dieser Zeit. Blitzlichtartig und einander szenisch kontrastierend entfaltet die Inszenierung so spielerisch, gesanglich und orchestral das Bild einer in ungeheure Bewegung geratenen Gesellschaft und ist doch nur scheinbar eine Reise in die Geschichte. Vielmehr führt die Vergegenwärtigung der Ereignisse jener Zeit unübersehbar mitten hinein in die Debatten unserer Gegenwart. Damit bildet die Uraufführung „November 1918“ für das DNT Weimar zugleich den Auftakt für eine vielfältige Auseinandersetzung in unterschiedlichen Formaten mit der Geschichte und dem gegenwärtigen Zustand unserer demokratischen Kultur im Kontext des Jubiläums „100 Jahre Weimarer Republik“.

Mit Musik von Stefan Lano

André Bücker (Regie)
Stefan Lano (Musikalische Leitung)
Jan Steigert (Bühne)
Suse Tobisch (Kostüme)
Andres Reukauf (Arrangements der Soldatenlieder)
Michael Ott (Video)
Beate Seidel / Hans-Georg Wegner (Dramaturgie)
Jens Petereit (Choreinstudierung)

Max Landgrebe (Friedrich Becker)
Thomas Kramer (Maus; Generalmajor Haeften)
Simone Müller (Hilde; die Stimme Frankreichs; Arbeiterin; Tanja)
Johanna Geißler (Rosa Luxemburg)
Elke Wieditz (Krankenschwester; General; Arbeiterin; Beckers Mutter; Kaiser Wilhelm; Gräfin; Stadtkommandant; Spree; Hindenburg; Gustav Noske)
Christoph Heckel (Arzt; Pfarrer; Johannes Tauler; Gott; Generalleutnant Groener; Arbeiter)
Julius Kuhn (Soldat ; Heiberg; Philipp Scheidemann; General Schleicher; Kurt Radek)
Sebastian Nakajew (Brose; Friedrich Ebert; Teufel)
Sebastian Kowski (Motz; Teufel)
Marcus Horn (Arbeiter; Wilson; amerikanischer Präsident; Hannes Düsterberg; Teufel)
Markus Lerch (Karl Liebknecht; Major, Krug, Kollege von Becker)
Heike Porstein (Engel)
Silvia Schneider (Chorsolistin)

Mit dem Opernchor des DNT Weimar
Es spielt die Staatskapelle Weimar

Weitere Vorstellungen: 18.11., 6., 22.12.2018, 4.1., 2., 14.2. und 21.3.2019

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