Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Kinder der Sonne" von Maxim Gorkij im Theater Bern"Kinder der Sonne" von Maxim Gorkij im Theater Bern"Kinder der Sonne" von...

"Kinder der Sonne" von Maxim Gorkij im Theater Bern

PREMIERE 08. März 2018, VIDMAR 1

Draussen wütet die Krise in Form einer Choleraepidemie – ein Aufstand kündigt sich an. Das Bürgertum will davon nichts wissen: Der Wissenschaftler Protassow ist in seine Experimente und seinen Fortschrittsglauben

vernarrt, seine Schwester Lisa klammert sich an dunkle Zukunftsvisionen. Den Tierarzt Tschepurnoj, der sie abgöttisch verehrt, erhört sie nicht.

 

Dessen Schwester Melanija wiederum verliebt sich in Protassow, dem sie zu gefallen versucht, und so von einem Fettnäpfchen ins andere tappt und dabei auf Protassows Frau Jelena trifft. Sie alle verlieren und genügen sich in ihren Privatismen und wachen erschrocken auf, als ein ≪Wutbürger≫ sie mit seiner Realität konfrontiert.

Maxim Gorkij schrieb Kinder der Sonne, als er nach dem Petersburger Blutsonntag 1905 in Kerkerhaft genommen wurde. Es zeichnet das Bild einer in lethargischem Selbstmitleid verhafteten Oberschicht, die das Bewusstsein für die sozialen Zustände um sie herum verloren hat und – auf selbstvergessener Suche nach Sinn und gelungenem Leben – nicht erkennt, dass ein grosser Teil der Gesellschaft nichts mehr mit ihren Werten anzufangen weiss.

Regisseur Kieran Joel studierte von 2013 bis 2017 Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Sein Vordiplom Don Karlos wurde zu den 19. Internationalen Schillertagen am Mannheimer Nationaltheater eingeladen. Seine Inszenierung Jimmy Fallobst oder der Schmelztiegel der unbegrenzten Möglichkeiten war eingeladen zum Körber Studio Junge Regie 2016 und zum Schauspielschultreffen 2016. Im Frühjahr 2017 schloss er sein Studium mit Auszeichnung mit der Diplominszenierung Johanna d´Arc nach Schillers Jungfrau von Orleans an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin ab. In der Spielzeit 2017/18 inszeniert er bereits am Münchner Volkstheater Romeo und Julia und im Kölner Theater im Bauturm Don Quijote

Regie Kieran Joel  
Bühne & Kostüme Belle Santos  
Musik Lenny Mockridge  
Video Sebastian Pircher
Dramaturgie Michael Gmaj

mit Florentine Krafft, Chantal Le Moign, Nora Quest, Nico Delpy, Julian Koechlin, Stéphane Maeder, Alexander Maria Schmidt

Weitere Vorstellungen 11., 15.*, 23.**, 27.*, 28. Mrz | 04., 15 Apr. | 06., 16., 25. Mai | 07. Jun 2018 | * Einführung 20 Min vor der Vorstellung | ** Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Bild Maxim Gorkij

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑