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»Trauer ist das Ding mit Federn« von Max Porter — »Die Wand« von Marlen Haushofer — im Düsseldorfer Schauspielhaus

Doppelpremiere Sa, 11.12.2021 / 19:00 im Kleinen Haus

Laura Linnenbaum inszeniert zwei eigenständige literarische Texte: Neben dem vielbeachteten Debütroman des englischen Autors Max Porter widmet sie sich Marlen Haushofers Roman »Die Wand«. Die Inszenierungen werden als Doppelpremiere vorgestellt, danach werden sie zumeist getrennt voneinander und abendfüllend im Kleinen Haus zu sehen sein. Auf unterschiedliche Weise nähern sich beide Arbeiten dem Motiv »Der Welt abhandenkommen«.

 

Copyright: Thomas Rabsch

Wo das Leben ist, da ist auch der Tod. Und manchmal kommt er ohne Vorwarnung und lange bevor die Zeit reif ist. Max Porter erzählt in seinem vielstimmigen Roman ebenso warmherzig wie leicht vom Versuch einer jungen Familie, nach dem plötzlichen Verlust der Mutter zurück ins Leben zu finden. »Wir waren mittendrin, Lichtjahre entfernt vom Ende.« Der Vater, nun allein in der Verantwortung für die Söhne und selbst unter Schock, versucht, sich aus seiner Lähmung zu befreien und den Familienalltag zu meistern.

»Viele sagten: ›Ihr braucht Zeit‹; in Wirklichkeit brauchten wir Waschpulver, Läuses hampoo, Fußball-Sticker, Batterien, Bogen, Pfeile.« Dann steht eines Tages ein sprechendes, vogelartiges Wesen vor der Tür, in dem der Vater, der schon lange an einem Buch über seinen Lieblingsdichter Ted Hughes schreibt, die Titelfigur von dessen  Gedichtzyklus »Krähe – Aus dem Leben und den Gesängen der  Krähe« zu erkennen glaubt. Krähe zieht bei der Familie ein und bringt schräge und zum ersten Mal auch wieder komische Töne in das trauernde Haus: Der neue Mitbewohner ist pietätlos, hinterlässt überall Schmutz und Federn und wird immer mehr zum  Katalysator der Trauer.

Mit: Nils David Bannert, Jacob Zacharias Eckstein, Kilian Ponert, T hiemo Schwarz  —  

Regie: Laura Linnenbaum  —  
Bühne: Daniel Roskamp  —  
Kostüm: Ulrike Obermüller  —  
Musik: Lothar Müller  —  
Licht: Christian Schmidt  —  
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

 

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