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Deutsche Oper am Rhein: „Comedian Harmonists in Concert“

Premiere: Freitag, 11. September 2020, 19.30 Uhr, Theater Duisburg; Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, Opernhaus Düsseldorf

Während in den schmutzstarrenden Hinterhöfen der Weimarer Republik Heerscharen arbeitsloser Sänger ihre Kunst um den Preis einer warmen Mahlzeit feilboten, verkaufte man in den Revuetempeln am Berliner Kurfürstendamm Abend für Abend goldglänzende Träume an ein vergnügungshungriges Millionenpublikum. In der funkelnden Glitzerwelt der nachkriegsbewegten 1920er Jahre strahlte der Ruhm der Comedian Harmonists besonders hell.

 

Copyright: Noppadon Shutterstock

Nach dem Vorbild des amerikanischen Vokal-Quartetts „The Revelers“ begeisterte das sechsköpfige Ensemble um Ari Leschnikoff, Erich Abraham-Collin, Harry Frommermann, Roman Cycowski, Robert Biberti und Pianist Erwin Bootz mit einer in Deutschland bis dahin unbekannten Mischung aus frechen Unterhaltungsschlagern am musikalischen Puls der Zeit und lupenreinem Harmoniegesang. Dabei eroberten sie mit Hits wie „Veronika, der Lenz ist da“, „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Wochenend und Sonnenschein“ in Rekordgeschwindigkeit die Konzertsäle Europas und waren dank des modernen Massenmediums der Schallplatte bald auch aus den Wohnzimmern der Republik nicht mehr wegzudenken.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 setzte ein dunkles Schlusskapitel unter die märchenhafte Geschichte der zur Hälfte jüdisch besetzten Formation. Alle Versuche, dem zunehmenden Druck politischer Repressalien zu trotzen und im Ausland an alte Erfolge anzuknüpfen, scheiterten schließlich an den Spannungen innerhalb der Gruppe. 1935 trennten sich die Comedian Harmonists, doch ihre Musik lebt bis heute fort.

Unter der versierten musikalischen Leitung von Patrick Francis Chestnut präsentiert das Solistenensemble in einem moderierten Konzertabend die beliebtesten Lieder der Comedian Harmonists.

Musikalische Einrichtung von Franz Wittenbrink mit zusätzlichen Arrangements des Gustav Bosse Verlags und Cornel Frey. Dauer ca. 1 ¼ Stunden, keine Pause.

Musikalische Leitung: Patrick Francis Chestnut    
Kostüme: Ronja Reinhardt
Beleuchtung: Volker Weinhart
Choreographie: Michal Matys
Dramaturgie: Heili Schwarz-Schütte
Moderation: Dirk Weiler                                                                                                              
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Ari: Cornel Frey                                                                                                                                     
Erich: Luis Fernando Piedra                                                     
Harry: Florian Simson
Roman: Dmitri Vargin
Robert: Günes Gürle / Sami Luttinen
Erwin: Patrick Francis Chestnut

 

 

 

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