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Deutsches Theater Berlin, Livestream "Die Hamletmaschine" von Heiner Müller in Gedenken an Dimiter Gotscheff

am Sonntag, den 26. April 2020 um 19.30 Uhr

Regie: Dimiter Gotscheff. In der Inszenierung hatte Dimiter Gotscheff ursprünglich selbst mit auf der Bühne gestanden. Zu einem Gastspiel in Havanna konnte er im Herbst 2013 nicht mehr mitreisen, trug aber dafür Sorge, dass eine Version gezeigt werden konnte, die seine Passagen per Video einspielte. Aus Anlass von Dimiter Gotscheffs 77. Geburtstag ist diese Variante seiner legendären Inszenierung nun noch einmal zu sehen: Angepasst an die Zeiten von Corona als Livestream von der Kammerspiel-Bühne, mit Alexander Khuon und Valery Tscheplanowa – ohne Maske, Kostüm und Bühnenbild.

 

Copyright: Iko Freese/DRAMA, Dimiter Gotscheff in "Die Hamletmaschine"

Den Livestream zeigt das DT Heimspiel Spezial am Sonntag, den 26. April um 19.30 Uhr auf der Webseite.

Heiner Müllers 1977 entstandener Text Die Hamletmaschine basiert auf seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Shakespeare. Er nimmt Figuren und Schlüsselszenen aus Shakespeares Stück auf, verzichtet aber beinahe ganz auf Handlung und Dialog. In einem alptraumartigen Szenarium in fünf auch formal unterschiedlichen Textfragmenten erscheinen u. a. Hamlet bzw. ein Schauspieler, der Hamlet spielt, und Ophelia als gespenstische Widergänger realer historischer Personen. Unterschiedliche und gegensätzliche kollektive Erfahrungen prallen aufeinander, viele Bezüge zu historischen Ereignissen der europäischen Geschichte und der Geschichte des Kommunismus nach dem 2. Weltkrieg stellen sich her. An der Figur des Hamlet interessierte Müller "das Versagen von Intellektuellen in bestimmten historischen Phasen, das vielleicht notwendige Versagen von Intellektuellen, ein stellvertretendes Versagen".

Die innere Zerrissenheit des Hamletdarstellers, der sich bei dem Aufstand in Budapest 1956 "auf beiden Seiten der Fronten, zwischen den Fronten, darüber" sieht, mündet im Scheitern des Autors beim Schreiben eines Shakespeareschen Dramas und in dem Versuch der Revolte von Ophelia. Die Frontlinie verläuft nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen "den Metropolen der Welt" und den kolonialisierten Ländern.

Die Inszenierung feierte am 8. September 2007 Premiere in den Kammerspielen des DT.
Regie Dimiter Gotscheff Bühne / Kostüme Mark Lammert Musik Bert Wrede
Mit: Dimiter Gotscheff (Videoeinspielungen), Alexander Khuon, Valery Tscheplanowa

 

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