HomeBeiträge
"Don Pasquale" von Gaetano Donizetti - Opernhaus Zürich"Don Pasquale" von Gaetano Donizetti - Opernhaus Zürich"Don Pasquale" von...

"Don Pasquale" von Gaetano Donizetti - Opernhaus Zürich

Premiere Sonntag 08. Dezember 2019, 19.00

Es ist die uralte Geschichte aus der Tradition der Commedia dell’arte: Ein betagter Geizkragen will sich mit einem jungen und obendrein reichen Mädchen verheiraten. In Gaetano Donizettis Dramma buffo heisst der Alte Don Pasquale. Neben Geld und Jugend soll ihm die Hochzeit auch noch die Enterbung seines Neffen Ernesto verschaffen. Dieses Vorhaben wird jedoch durch einen Plan des Doktors Malatesta durchkreuzt.

 

Malatesta vermittelt Don Pasquale ausgerechnet Ernestos Geliebte, Norina, die unter falscher Identität auftritt. Kaum ist die Ehe – zum Schein – geschlossen, entpuppt sich die anfangs so zauberhafte Braut als veritables Scheusal, das Don Pasquales Leben vollends auf den Kopf stellt.

Don Pasquale, 1843 im Théâtre-Italien in Paris uraufgeführt und kurz vor Donizettis tragischem geistigen Zusammenbruch entstanden, gilt als eines der letzten Meisterwerke der komischen Oper. Doch Donizetti ging in seiner Figuren-Charakterisierung weit über die Typenhaftigkeit der Commedia dell’arte hinaus. Seine Figuren sind aus Fleisch und Blut, mit all den Ambivalenzen, die dem Menschsein innewohnen. So ist Don Pasquale nicht nur ein egoistischer alter Mann, sondern auch ein einsamer Mensch, der tiefe Sehnsüchte und Obsessionen hegt und dessen Umfeld sich seine Situation eiskalt zunutze macht. Von Regisseur Christof Loy, bekannt für seine sensible Figurenzeichnung, darf man sich daher auch auf einen Don Pasquale jenseits der üblichen Buffa-Klischees freuen.

 In der Titelrolle präsentiert sich zum ersten Mal am Opernhaus Zürich Johannes Martin Kränzle, einer der wandlungsfähigsten Sängerdarsteller seiner Generation. Als Norina kehrt Publikumsliebling Julie Fuchs ans Opernhaus zurück, den Ernesto verkörpert der Tenor Mingjie Lei. Konstantin Shushakov gibt den Malatesta. Enrique Mazzola dirigiert nach seinem erfolgreichen Einstand mit Donizettis Maria Stuarda und Rossinis Il turco in Italia bereits seine dritte Neuproduktion in Zürich.

Dramma buffo in drei Akten von Gaetano Donizetti (1797-1848)
Libretto von Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti
In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.

Musikalische Leitung Enrique Mazzola, Carrie-Ann Matheson (09 Jan)
Inszenierung Christof Loy
Bühnenbild Johannes Leiacker
Kostüme Barbara Drosihn
Lichtgestaltung Franck Evin
Choreinstudierung Ernst Raffelsberger
Dramaturgie Kathrin Brunner

Don Pasquale
Johannes Martin Kränzle
Dimitris Tiliakos (15, 29 Dez / 01, 04 Jan)
Dr. Malatesta
Konstantin Shushakov
Ernesto
Mingjie Lei
Norina
Julie Fuchs
Carlotto
Dean Murphy
Sergio
R. A. Güther
Ugo
David Földszin
Clara
Ursula Deuker

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich

Das Bild zeigt Gaetano Donizetti

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑