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"Proletenpassion" von Heinz R. Unger und den „Schmetterlingen“ - Theater und Philharmonie Essen

Premiere am 10. Mai 2018 um 19.00 Uhr im Grillo-Theater

Jeden Tag wird eine neue Seite ins Geschichtsbuch geschrieben. Wer schreibt sie? Geschieht Geschichte mit uns oder machen wir unsere Geschichte? Die Geschichte des Ruhrgebiets ist untrennbar verbunden mit der Geschichte der Arbeiter. Seit der Bergbau im 19. Jahrhundert industrialisiert wurde, erlebte die Region einen beispiellosen Boom. Und so ballte sich hier auch die neu entstehende Arbeiterklasse, hier sammelten sich die Massen, die Karl Marx als das Proletariat zum revolutionären Subjekt der Geschichte erklärte.

 

Copyright: Philip Lethen

Eine eigene proletarische Kultur entstand, die Kneipe, Kirmes und Kino genauso umfasste wie Sport und natürlich Politik: Streik, Wider- und Aufstand waren stets Teil dieser Kultur – eine sterbende Kultur. Während sich viele noch immer an den ehrlichen proletarischen Charme der Arbeit klammern, ist dieser aus den Städten schon beinahe verschwunden. Die Geschichte hat hier eine klaffende Lücke hinterlassen, denn die sozialen und politischen Fragen der Arbeiterbewegung scheinen bestenfalls suspendiert zu sein, nicht aber beantwortet.

Die „Proletenpassion“ ist ein 1976 bei den Wiener Festwochen uraufgeführtes politisches Oratorium der Rockgruppe „Schmetterlinge“, für das der Autor Heinz Rudolf Unger die Texte verfasste. Als historische Revue folgt sie den sozialen Konflikten von den Bauernkriegen bis ins 20. Jahrhundert und stellt der Geschichte der Herrschenden eine Geschichte von unten entgegen. Eine Geschichte der Hoffnung auf Veränderung ist es, die hier geschrieben wird, aber auch eine des Scheiterns, der verpassten Chancen und der Niederlagen.

2018, wenn mit dem Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop die letzte Zeche im Ruhrgebiet geschlossen wird, werden Bernd Freytag und Mark Polscher, die am Schauspiel Essen bereits gemeinsam Elfriede Jelineks „Wolken.Heim.“ auf die Bühne gebracht haben, die „Proletenpassion“ mit einem großen Laienchor neu inszenieren.

Inszenierung, Bühne und Kostüme
   Bernd Freytag, Mark Polscher
Mitarbeit Bühne und Kostüme
   Christina Hillinger
Korrepetition
   Christian Komorowksi
Dramaturgie
   Florian Heller

Mit
Henriette Hölzel, Lisan Lantin, Sven Seeburg, Rezo Tschchikwischwili, Silvia Weiskopf

Chor
Raphael Baronner, Kurt-Christian Brix, Finn Brüggemann, Analía Connena-Meier, Josef Dransfeld, Dincer Gücyeter, Sebastian Hartmann, Otto Hauptmann, Katja Hegemann, Anne Heyen, Jana Kather, Dominique Kielholz, Sabrina Kleeberger, Wilfried Kuhn, Petra Lachnicht, Peter Manns, Laura Meister, Vera Memmeler, Irmtraud Nüllmann-Hannig, Harald Rosanowski, Linus Twardon, Aless Wiesemann, Simone Zemelka

Weitere Termine: 16., 21., 24. Mai, 2., 3., 14., 15. Juni 2018.

Kartenvorverkauf: Tel.: 0201/81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de

 

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