HomeBeiträge
Theater Ulm: Musical "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice auf der WilhelmsburgTheater Ulm: Musical "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice auf der...Theater Ulm: Musical...

Theater Ulm: Musical "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice auf der Wilhelmsburg

Premiere am 7. Juni 2019 um 20.30 Uhr auf der Wilhelmsburg

Das Leben der Präsidentengattin Eva Perón, die zwischen 1945 und 1952 die Herzen ihrer Landsleute in Bann schlug.

Als eine der ikonischen Frauengestalten des 20. Jahrhunderts war María Eva Duarte de Perón ein Kristallisationspunkt von ebenso tiefer Liebe wie größtem Misstrauen, wie vielleicht Lady Di; sie war so stilsicher und tragisch wie Jackie Kennedy Onassis und so feengleich schön (und auch so blond) wie Grace Kelly.

 

Als Tim Rice Jahre nach dem großen Erfolg von »Jesus Christ Superstar« mit Andrew Lloyd Webber wieder auf der Suche nach einem neuen Stoff war, und der Vorschlag eines Freundes, »Peter Pan« als Musical zu bearbeiten, ins Leere lief, war sie plötzlich wieder da: die Faszination für die charismatische Frau auf der Briefmarke, die er als junger Philatelist bereits bewunderte. Rice begann seine Recherchen und lernte den argentinischen Filmregisseur Carlos Pasini Hansen kennen, dessen Film »Queen of Hearts« (1972) er mindestens 20 Mal ansah. Er reiste sogar nach Buenos Aires, um in den Stoff einzutauchen und – er nannte seine erste Tochter Evita.

Das ist besonders deshalb so bemerkenswert, weil das Musical »Evita« keineswegs eine Heiligsprechung der historischen Evita ist. Rice und Webber entschieden sich dazu, eine Erzählerfigur einzusetzen, die ab der ersten Szene Zweifel äußert und Risse in das makellose Bild der Präsidentengattin bringt. Der Erzähler heißt Che – was im südamerikanischen Spanisch soviel bedeutet wie: Typ, Bursche, Mensch oder auch Argentinier. Die meisten denken natürlich sofort an Ernesto »Che« Guevara, den Revolutionär. Die Entscheidung, ob es sich um irgendeinen Studenten handelt, der dem Peronismus gegenüber kritisch eingestellt ist oder den Che Guevara, den wir als linken Helden von Postern und T-Shirts kennen (und der in dem Alter, als Juan Perón an der Macht war, noch nicht politisch aktiv war) überlassen Rice und Webber den Regisseuren.

Regissseur Wolf Widder, bezeichnet sich selbst als Wanderer zwischen den Welten: Seine Leidenschaft gilt den Opern des 20. und 21. Jahrhunderts genauso wie dem Musical. Er studierte Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft und arbeitete zunächst als Schauspieler und Regieassistent. Bald jedoch wechselte er ins Regiefach, sowohl fürs Schauspiel wie für das Musiktheater (u. a. in Kassel, Detmold, Wiesbaden, Bern, Dresden und Charleston, USA). Er war vielfach Oberspielleiter und zuletzt auch Operndirektor mit Intendantenvollmacht am Theater Pforzheim.

Unter seiner Regie werden Julia Steingaß und Maria Rosendorfsky alternierend die charismatische Evita verkörpern. Die Rolle des Erzählers Che übernehmen - ebenfalls abwechselnd - Thomas Christ und Philipp Hägeli. Als argentinischer Präsident Perón wird Martin Gäbler zu erleben sein. Marisa Hartelt verköpert Peróns Geliebte. Luke Sinclair übernimmt die Rolle des Augustín Magaldi. Erik Rousi wird in mehreren Rollen, u. a. als Evitas Bruder und als Admiral zu sehen sein. Ob Familienmitglieder, Liebhaber oder Offiziere - Evitas Strahlen zog stets viele Menschen an, die in Widders Inszenierung (Dramaturgie: Diane Ackermann/Nilufar K. Münzing) von Mitgliedern des Opernchores verkörpert werden.

Musikalische Leitung Hendrik Haas
Musikalische Leitung Michael Weiger (18.06.2019, 20.06.2019, 23.06.2019)
Inszenierung Wolf Widder
Ausstattung Petra Mollérus
Choreografie Gaëtan Chailly
Dramaturgie Nilufar K. Münzing
Dramaturgie Diane Ackermann

Mit
Julia Steingaß (Evita am 07.06.2019, 13.06.2019, 18.06.2019, 20.06.2019, 29.06.2019)Maria Rosendorfsky (Evita am 09.06.2019, 14.06.2019, 23.06.2019, 26.06.2019, 30.06.2019)Thomas Christ (Che am 07.06.2019, 13.06.2019, 14.06.2019, 18.06.2019, 20.06.2019, 23.06.2019)Philipp Hägeli (Che am 09.06.2019, 26.06.2019, 29.06.2019, 30.06.2019)Martin Gäbler (Perón) Marisa Hartelt (Peróns Geliebte) Luke Sinclair (Augustín Magaldi) Erik Rousi (Evitas Bruder / Präsident / Admiral) Eleonora Halbert (Evitas Familie) Anita Hartinger (Evitas Familie) JungYoun Kim (Evitas Familie) Helen Willis (Evitas Familie) Takao Aoyagi (Evitas Liebhaber / Boys) Joung-Woon Lee (Evitas Liebhaber / Boys) Girard Rhoden (Evitas Liebhaber / Boys) Michael Burow-Geier (Offiziere / Boys) Dong-Jin Choi (Offiziere) J. Emanuel Pichler (Offiziere / Boys) Joachim Pieczyk (Offiziere)
Zusätzliche Rollen

Chor- und Bewegungsstatisterie des Theaters Ulm
Kinderchöre der Eduard-Mörike-Grundschule Blaustein und Meinloh-Grundschule Söflingen
Opern- und Extrachor des Theaters Ulm
Tanztheatercompagnie des Theaters Ulm
Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑