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Deutsche Erstaufführung: „Das Recht des Stärkeren“ von Dominik Busch, Theater Oberhausen:

Premiere: Donnerstag, 7. März 2019, 19.30 Uhr, Saal 2

Während im Ruhrgebiet die Geschichte der Steinkohle endet, wird in Kolumbien weiter abgebaut, werden Wälder gerodet und Dörfer umgesiedelt. Dass dabei Vertreibung und Mord zum Tagesgeschäft zu gehören scheinen, muss Nadja schon bald nach Beginn der Dreharbeiten für ihren Dokumentarfilm feststellen. Sie findet in Alváro einen Zeugen, der bereit ist, den Bann aus Gewalt und Verschwiegenheit zu brechen und vor der Kamera über die Zusammenarbeit zwischen den Paramilitärs und dem Rohstoffkonzern – dessen Chef ausgerechnet Nadjas Vater ist – auszusagen.

 

Copyright: Isabel Machado Rios

Alváros Aussage ist so tiefgreifend, von solcher Sprengkraft, dass mit dem Film wirklich etwas verändert werden könnte. Doch nachdem Todesschwadrone das Leben Alváros und seiner Familie bedrohen, bittet er Nadja, seine Aussage aus dem Film herauszuschneiden. Nadja, inzwischen wieder in Europa, steht vor der Entscheidung, vielen Menschen helfen zu können und der Spirale aus Gewalt und Unterdrückung wirklich etwas entgegenzusetzen oder künstlerisch und politisch zu kapitulieren, um einen Menschen und seine Familie zu schützen.

Die besondere Qualität des dichten, außerordentlich rhythmischen und konzentrierten Textes von Dominik Busch besteht zum einen darin, politische Konflikte auf die Spitze zu treiben und persönlich erfahrbar zu machen, zum anderen verleugnet er nie unsere Perspektive als privilegierte Mitteleuropäer*innen, die die Rohstoffe und Menschen anderer Länder ausbeuten, später aber selbst im Gestus der Hilfe nicht mehr in der Lage sind, diese kolonialen Denkstrukturen zu erkennen und zu überwinden. Eine moralische Zwickmühle.

Regie: Florian Fiedler,
Bühne: Maria-Alice Bahra,
Kostüm: Selina Peyer,
Video: Bert Zander,
Dramaturgie: Line Behrens/Patricia Nickel-Dönicke

Mit: Clemens Dönicke, Burak Hoffmann, Elisabeth Hoppe, Jan Viehten, Klaus Zwick

Nächste Vorstellung: Sonntag, 10. März 2019, 20 Uhr, Saal 2

 

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