Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Kehrseite der Medaille", Komödie von Florian Zeller, Thüringer Landestheater Rudolstadt"Die Kehrseite der Medaille", Komödie von Florian Zeller, Thüringer..."Die Kehrseite der...

"Die Kehrseite der Medaille", Komödie von Florian Zeller, Thüringer Landestheater Rudolstadt

Premiere: 29.01.2022, um 19.30 Uhr im Theater im Stadthaus

Das Glück der anderen stellt das eigene oft auf eine harte Probe. Aber zugegeben würde dies in „Die Kehrseite der Medaille“ keiner. Denn während es insgeheim im Gebälk so richtig kracht, lässt der französische Autor Florian Zeller seine Akteure derweil zur Freude des Publikums heile Fassade spielen.

 

Copyright: Anke Neugebauer

Die Begegnung zweier Paare beim gemeinsamen Dinner ist Ausgangspunkt für das brillante Boulevard-Stück: Patrick hat sich nach etlichen Jahren Ehe von Laurence getrennt, nicht einfach so, sondern für die attraktive und viel jüngere Emma. Sein Freund Daniel hat ihn trotzdem ganz selbstverständlich mit „dieser Tussi“ zum Abendessen eingeladen, was Daniels Frau Isabelle überhaupt nicht verstehen kann. Schließlich waren die Paare jahrzehntelang unzertrennlich! Isabelle ist mit ihrer Freundin, der verlassenen Laurence, natürlich solidarisch und zwingt sich nur ihrem Mann Daniel zuliebe zu guter Miene. Womit er aber nicht gerechnet hat: Das frischverliebte Pärchen stellt auch sein eigenes Eheglück auf die Probe ... Ein Dinner wie auf einem Pulverfass, dessen ganze Dimension sich noch durch einen besonderen Kunstgriff des Autors verschärft: Zeller lässt parallel zu den gesagten auch noch die ungesagten Worte für das Publikum hörbar werden.

Florian Zeller, 1979 in Paris geboren, ist ein mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter Dramatiker und Regisseur. Der Film nach seinem Schauspiel „Der Vater“ wurde 2021 mit dem Oscar prämiert. Auch mit der „Kehrseite der Medaille“ gelang ihm nach „Die Wahrheit“ – einst Dauerbrenner am Theater Rudolstadt – ein erneuter Theater-Coup. Seine 2016 uraufgeführte Geschlechtersatire jongliert gekonnt mit gängigen Klischees und ist dennoch ein genaues Psychogramm über die Kunst, sich und andere ins Unglück zu katapultieren. In Rudolstadt wird es von Komödienmeister Herbert Olschok, der in Rudolstadt bereits zahlreiche Stücke inszenierte, und einem vierköpfigen Schauspielensemble auf die Bühne gebracht. Es spielen Verena Blankenburg, Rayk Gaida, Kathrin Horodynski und Markus Seidensticker. Die Ausstattung stammt von Alexander Martynow.

Deutsch von Annette und Paul Bäcker

Regie: Herbert Olschok
Bühne und Kostüme: Alexander Martynow
Dramaturgie: Judith Zieprig

Daniel: Markus Seidensticker
Isabelle: Verena Blankenburg
Patrick: Rayk Gaida
Emma: Kathrin Horodynski

Die Premiere ist ausverkauft. Restkarten sind noch für die folgenden Aufführungen im Theater im Stadthaus am 1. und 8. Februar, jeweils 15 Uhr und 5. Februar, 19.30 Uhr, an den üblichen Vorverkaufsstellen, in der Theaterkasse und telefonisch unter 03672/422766 sowie online auf der Website des Theaters erhältlich.

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑