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Städtische Theater Chemnitz: LOHENGRIN- Romantische Oper von Richard Wagner

PREMIERE 25. Januar 2020, 18.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

„Lohengrin“ nimmt in Wagners OEuvre eine besondere Stellung ein. Die Geschichte um Macht, Glaube und nicht zuletzt um die Frage, ob und welche Bedingungen die Liebe stellen darf und welche Rolle das Vertrauen dabei spielt, inspirierte Wagner zur wohl emotionalsten Musik, die er je geschrieben hat.

 

Auf dem Sterbebett hatte der Herzog von Brabant seine beiden Kinder Elsa und Gottfried in die Obhut von Telramund gegeben. Doch nun ist Gottfried tot und Elsa soll seine Mörderin sein. Das jedenfalls behauptet Telramund, der gemeinsam mit Ortrud nach der Macht strebt. Als die Schuldfrage geklärt werden soll, erscheint ein Fremder, der für Elsa kämpfen will, doch nur unter der Bedingung, dass sie ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen dürfe. Telramund wird von dem Fremden besiegt. Glücklich nimmt Elsa ihren Retter zum Mann. Doch wird ihr Vertrauen in den Fremden groß genug sein, das Frageverbot zu akzeptieren?

Richard Wagner war 1842 nach seinem glücklosen Aufenthalt in Paris nach Deutschland zurückgekehrt und hoffte nun, in Dresden eine neue künstlerische Heimat zu finden. Dies schien ihm anfangs auch zu gelingen, denn er durfte noch im gleichen Jahr die sehr erfolgreiche Uraufführung seiner Oper „Rienzi“ erleben. Mit großer Hoffnung sah er danach der Uraufführung des „Fliegenden Holländers“ entgegen – leider war diesem Werk in Dresden nur ein Achtungserfolg beschieden. Auch seine Ernennung zum Königlich-Sächsischen Hofkapellmeister brachte ihm nicht die gewünschte Zufriedenheit.

Während eines Kuraufenthaltes in Marienbad schrieb er im Juli 1845 unmittelbar nach dem Prosaentwurf zu den „Meistersingern“ einen weiteren zu „Lohengrin“. Im November des gleichen Jahres schon vollendete er die Erstfassung des in Versen abgefassten Textbuches. Mit der Komposition begann er aber offensichtlich erst im Frühjahr 1846. Es dauerte noch bis zum April 1848, dass Wagner seinen „Lohengrin“ beenden konnte. Die erhoffte Dresdner Aufführung kam aber auf Grund von Wagners Beteiligung an der März-Revolution von 1848 nicht zustande. 1849 wurde er sogar steckbrieflich gesucht und floh in die Schweiz. Er bat seinen Freund Franz Liszt, der in Weimar als Hofkapellmeister engagiert war, den „Lohengrin“ uraufzuführen. Liszt willigte ein und so fand am 28. August 1850 in Weimar die Uraufführung statt, über die Liszt an Wagner schrieb: „Dein Lohengrin ist von Anfang bis Ende ein erhabenes Werk. Bei gar mancher Stelle sind mir die Thränen aus dem Herzen gekommen.“Richard Wagner schrieb nach dem Kraftakt der Uraufführung in Weimar voller Dankbarkeit an Franz Liszt: „Liebster Liszt, hatte ich recht, als ich in der Vorrede zum ‚Kunstwerk der Zukunft‘ schrieb, dass nicht der Einzelne, sondern nur die Gemeinsamkeit wahrhafte Kunstwerke schaffen könnte? Sieh, Du hast das Unmögliche geleistet, aber glaube mir, alle müssen das heutzutage Unmögliche leisten, um das in Wahrheit dennoch Mögliche zustande zu bringen.“

Das Unmögliche, das die Welt verändert und die Menschen aus ihrer orientierungslosen, Ich-bezogenen Lethargie reißt, bildet auch den Ausgangspunkt für die „Lohengrin“-Konzeption von Regisseur Joan Anton Rechi und seinem Ausstatter-Team. Gesucht wird ein Held, der nicht nur kämpferisch für Elsa und deren Schicksal einsteht, sondern der gesamten Gesellschaft fehlende Orientierung und Lebenssinn zurückgibt. Wie ein Heilsbringer wird Lohengrin empfangen, blind vertraut man seinen Worten, zumal er alles tut, um seine Identität nicht preisgeben zu müssen. Und wirklich: Das Leben blüht auf, die Lebensfreude kehrt zurück, es gibt wieder ein Miteinander. Elsa genießt die Liebe des Fremden, die Wertschätzung, die sie durch ihn erfährt, doch all diese positiven Veränderungen haben nicht die Kraft, sie von der alles entscheidenden Frage nach seiner Herkunft abzuhalten. Damit setzt sie alles aufs Spiel, nicht nur für sich, sondern für ihr gesamtes Umfeld. Ob am Ende trotzdem ein Hoffnungsschimmer bleibt, ist fraglich.

Für die neue Chemnitzer „Lohengrin“-Inszenierung ist der Regisseur Joan Anton Rechi erstmalig zu Gast in Chemnitz. Geboren 1968 in Andorra, arbeitete er bisher u. a. an den Theatern Barcelona, Bilbao, Bogotá, Freiburg, Madrid, Mainz, Oberhausen und an der Deutschen Oper am Rhein. Sein breit gefächertes Repertoire umfasst Werke wie „Adriana Lecouvreur“, „Il barbiere di Siviglia“, „Die Csárdásfürstin“, „Król Roger“, „Der Mann von La Mancha“ und „Salome“.
Ihre Pressekarten erhalten Sie über das Pressebüro, Tel. 0371 6969-831, per Fax 0371 6969-898 oder E-Mail thomsen@theater-chemnitz.de.

Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo
Inszenierung: Joan Anton Rechi
Bühne: Sebastian Ellrich
Kostüme: Mercè Paloma
Chor: Stefan Bilz

Mit: Magnus Piontek (Heinrich der Vogler), Mirko Roschkowski / Benjamin Bruns (Lohengrin), Cornelia Ptassek / Maraike Schröter (Elsa von Brabant), Martin Bárta (Friedrich von Telramund), Monika Bohinec / Stéphanie Müther (Ortrud), Andreas Beinhauer (Heerrufer), Florian Sievers, Tommaso Randazzo, Till von Orlowsky, André Eckert (Vier brabantische Edle);
Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores, Mitglieder des Kinder- und Jugendchores, Statisterie, Robert-Schumann-Philharmonie

Die nächsten Vorstellungen „Lohengrin“ sind am 1. und 22. Februar 2020, jeweils 18.00 Uhr.

Das Bild zeigt Richard Wagner

 

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