Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen im Theater Oberhausen„Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen im Theater Oberhausen„Ein Volksfeind“ von...

„Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen im Theater Oberhausen

Premiere: Freitag, 12. Januar 2018 um 19.30 Uhr im Großen Haus

Kennst Du Deine Lokalpolitiker*innen? Vielleicht den Bürgermeister? Na klar, denn er tanzt in der attraktiven Stadt, für die er gewählt wurde, auf allen Veranstaltungen. Lächelnd eröffnet er das neue Kurbad, spricht über den Standortvorteil und freut sich über die Tourist*innen, die der Stadt und ihren Bewohner*innen den Wohlstand sichern. Hände schütteln, Münder lächeln – Fotos für die Lokalpresse. Der Lachs ist frisch, der Champagner fließt, das Buffet großzügig – schließlich soll niemand hungrig nach Hause gehen.

 

Wie lästig, dass ausgerechnet jetzt, wo es hier endlich mal wieder richtig läuft, ein kleiner, erfolgloser Kurpfuscher den Aufstand probt und „Skandal!“ in die schöne Heil-Idylle brüllt. Er faselt was von verseuchtem Wasser, von Gesundheitsgefährdung, von Vertuschung und Verantwortung. Und nicht nur das: Auf einmal soll die ganze hiesige Politik korrupt sein. Ja, dieser besorgte Bürger ist wahrlich flott mit Klischees bei der Hand. Politiker sind dann schnell mal Berufslügner. Als wären das nicht auch nur Menschen, die sich für das Allgemeinwohl den Rücken krumm machen.

Manchmal muss man eben Dinge verschweigen, um Schaden abzuwenden. Wären eine Sanierung der Wasserleitung und der Bau einer Kläranlage nicht viel zu teuer und langwierig? Schulden, Schließung, Imageschaden – tschüss Arbeitsplätze! Tschüss Aufschwung! Na, herzlichen Glückwunsch, so war Demokratie eigentlich nicht gemeint! Was für ein Glück, dass unser Bürgermeister nicht hysterisiert, zumal man eine Gefahr für Leib und Leben gar nicht erkennen kann. Klar ist dagegen: Das eigentliche Problem ist nicht das angeblich verseuchte Wasser oder die ach so korrupte Politik. Nein, das Problem ist der, der die Demokratie für seine persönliche Profilneurose missbraucht. Aber Probleme lösen, das kann unser Bürgermeister eben. Besonders, wenn er die Mehrheit hinter sich weiß!

Überarbeitete Wiederaufnahme von Florian Fiedlers Inszenierung von 2007 am schauspielfrankfurt
 

  • Regie: Florian Fiedler
  • Bühne: Maria-Alice Bahra
  • Musik: Martin Engelbach, Frank Wul
  • Dramaturgie: Sibylle Baschung / Meike Sasse
  • Theaterpädagogik Anke Weingarte


Mit

  • Torsten Bauer
  • Susanne Burkhard
  • Clemens Dönicke
  • Martin Engelbach
  • Peter Engelhardt
  • Banafshe Hourmazdi
  • Anna Polke
  • Emilia Reichenbach
  • Daniel Rothaug
  • Jürgen Sarkiss
  • Lise Wolle
     
  • SA, 13.01.2018 - 19:30 Uhr, SO, 21.01.2018 - 18:00 Uhr, FR, 26.01.2018 - 19:30 Uhr
  • SA, 10.02.2018 - 19:30 Uhr, FR, 16.02.2018 - 19:30 Uhr, SO, 25.02.2018 - 18:00 Uhr
  • SA, 05.05.2018 - 19:30 Uhr


Das Bild zeigt Henrik Ibsen

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑