HomeBeiträge
Uraufführung: HOUSE OF HORROR - THEATER. FRAUEN. MACHT. - Theater BonnUraufführung: HOUSE OF HORROR - THEATER. FRAUEN. MACHT. - Theater BonnUraufführung: HOUSE OF...

Uraufführung: HOUSE OF HORROR - THEATER. FRAUEN. MACHT. - Theater Bonn

Premiere Freitag, 24. Mai 2019, im Schauspielhaus in Bad Godesberg

Lucretia, Antigone, Penthesilea, Ophelia, Julie und all die anderen. Die Literaturgeschichte ist voller toter Frauen: vergewaltigt, ermordet, zum Schweigen gebracht. Von Vätern, Brüdern, Liebhabern. Und sie erstechen sich selbst, ertränken sich, springen in Tiefen, sie sterben aus Verzweiflung oder im Wahn. Diese Frauenfiguren und ihre Nachfolgerinnen bevölkern bis heute die Bühnen der Theater, die Leinwände und Bildschirme.

 

In HOUSE OF HORROR erwecken die SchauspielerInnen alte Rollen zu neuem Leben. Diese Rollen aber beschweren sich: niemand hat sie gefragt, ob sie überhaupt noch gespielt werden wollen. So werden sie zu Klagegeistern, die die Keller und toten Winkel des Theaters bevölkern. Man muss die Untoten erlösen und darauf hören, was sie uns zu sagen haben!

2017 wurden in Deutschland 149 Frauen getötet, meistens von ihrem (Ex-)Partner. So kommt alle zwei bis drei Tage eine Frau um. 114.000 Frauen wurden von ihren Partnern „bedroht, gestalkt, eingesperrt, sie wurden geschlagen, vergewaltigt, verbrüht, gewürgt, mit der Axt oder einem Messer traktiert“ (Der Spiegel). Bezeichnet werden diese Frauenmorde, als wären sie aus dem Theater, als „Familientragödie“ oder „Eifersuchtsdrama“. Aber spricht die hohe Zahl nicht von etwas anderem? Was hat sie zu bedeuten in Zeiten der Gleichberechtigung?

Regisseur Volker Lösch (WAFFENSCHWEINE, NATHAN, BONNOPOLY) und sein Team stellen Fiktion und Realität in Zusammenhang, in dem sie einen Blick auf das Theater selbst werfen. Das Theater – eigentlich ein Ort, an dem die Gesellschaft kritisiert und Utopien entworfen werden können – ist von patriarchalen Machtstrukturen durchdrungen, ebenso wie andere Institutionen der Stadt. SchauspielerInnen, Frauen wie Männer, sind diesen Strukturen ausgesetzt, im Vorsprechen, bei der Rollenauswahl – und sie werden sichtbar in der Höhe der Gagen und Gehälter.

In HOUSE OF HORROR kommen SchauspielerInnen und Bonner BürgerInnen mit ihren Geschichten und Erfahrungen zu Wort, die zurück zu der Frage führen, was das Sterben der Frauen in unserer Literaturgeschichte mit uns heute zu tun hat, und wie wir die Fiktion verändern müssen, um in der Realität etwas zu bewegen.

Text: Christine Lang und Volker Lösch

Es spielen:    
Sophie Basse,
Daniel Breitfelder,
Annika Schilling,
Birte Schrein,
Lydia Stäubli,
Daniel Stock,
Sandrine Zenner

und

Julia Bogner-Dannbeck,
Sophie Anastasia Botschek,
Sophie-Bo Heinkel,
Lioba Maria Pinn,
Laila Noemi Riedmiller,
Pia Rodriguez

Regie    Volker Lösch
Bühne    Julia Kurzweg
Kostüme    Annegret Riediger
Video    Thilo Schmidt
Licht    Max Karbe
Dramaturgie    Elisa Hempel, Christine Lang
   
Regieassistenz    Julie Grothgar
Co-Regieassistenz    Sarah Braun
Bühnenbildassistenz    Florence Klotz
Kostümassistenz    Lara Hohmann
Inspizienz    Andreas Stubenrauch
Soufflage    Angelika Schmidt
Regiehospitanz    Ira Schröder
Transkription    Riccarda Schemann

Film HOUSE OF HORROR    
Birte, Elsa von Freytag-Loringhoven    Birte Schrein
Sandrine, Penny-Peaches                              Sandrine Zenner
Jack the Ripper, Maria Schneider                Annika Schilling
Star-Regisseur, Marlon Brando, Intendant    Daniel Breitfelder
Bernardo Bertolucci, Bertolt Brecht            Daniel Stock
Catherine Deneuve, Olympe de Gouges    Lydia Stäubli
Elisabeth Hauptmann                                       Sophie Basse

Arbeiterinnen     Julie Grothgar,
Male Günther,
Elisa Hempel,
Lara Hohmann,
Florence Klotz,
Annegret Riediger,
Ira Schröder
Komparsinnen     Maya Ghahramanyan,
Nadja Groß

Regie     Christine Lang,
Volker Lösch
Kamera       Thilo Schmidt
Ton    Filipp Forberg
Montage    Christine Lang
Postproduktion    Lars Figge
Zusätzliche Sounds             Ulrich Reuter
Szenographie    Julia Kurzweg,
Florence Klotz
Kostüm    Annegret Riediger,
Lara Hohmann
Setassistenz    Sarah Braun,
Julie Grothgar,
Ira Schröder
Technische Unterstützung action concept,
REC-TEC    
Top of Page

    31 Mai     19:30 H
    06 Jun     19:30 H
    16 Jun     18:00 H
    19 Jun     19:30 H
    22 Jun     19:30 H
    29 Jun     19:30 H

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑