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Schattenspiele

 

Now & Next, so nennt sich eine Programmreihe des Tanzhauses NRW, die auf junge Talente aufmerksam machen will. In diesem Rahmen war im Oktober 2010 zunächst die Performance "Beginning" zu sehen. Während Andrea Bolzic, ganz in Weiß gekleidet, sich bewegte, zeichnete Julia Willms dazu mit schwarzer Tusche auf einen langen Papierstreifen, der horizontal hin und her gezogen wurde. Für den Zuschauer…

Auf den Hund gekommen

Hundstage das sind die heißen Sommertage, von denen es in diesem Sommer mehr als genug gab. Und "Hundstage" betitelt Ben J. Riepe sein neuestes Stück, das während eben dieser heißen Tage im Mousonturm in Frankfurt entstand, und jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Es handelt davon, was übrig bleibt, wenn die Liebe auf den Hund gekommen ist, nämlich Eifersucht, Tränen und zurückgewiesener…

Missglückter Flug

 

Sommer auf dem Lande. Arkadina, eine gefeierte Schauspielerin, besucht ihren Bruder Sorin auf ihrem Gut. Begleitet wird sie von ihrem Geliebten Trigorin, einem berühmten Schriftsteller. Ihr Sohn Konstantin hat ebenfalls schriftstellerische Ambitionen. Er liebt Nina, die Schauspielerin werden will, und sich in Trigorin verliebt. Nina führt Konstantins avantgardistisches Theaterstück auf, das bei…

Tradition und Moderne

 

Wie Schattenrisse bilden sich die Silhouetten zweier Tänzer vor einer Videoleinwand ab. Es donnert und regnet. Mit diesem stimmungsvollen Gewitterbild beginnt die Aufführung von "Le Sacre du Printemps" der Companie Heddy Maalem. Sie bildete den Abschluss des SACRE PLUS Festivals im Tanzhaus NRW.

 

Die Kompanie des französischen Choreographen algerischen Ursprungs setzt sich aus Tänzern aus…

Der enthusiastische Dirigent

 

Im Rahmen des Festivals "Sacre Plus" trat Xavier Le Roy im Tanzhaus NRW auf. Der französische Choreograph sorgte mit seiner ungewöhnlichen Interpretation von Igor Strawinskys "Sacre du Printemps" für Irritationen, denn statt einer getanzten Version sah man ihm beim Dirigieren eines imaginären Orchesters zu. Das wirkte anfangs etwas ermüdend. Es brauchte einige Zeit, um sich darauf einzulassen.…

Bekannte Gefühle

 

Dario Fos Stück "Offene Zweierbeziehung", 1983 uraufgeführt, war in den 1980er Jahren ein beliebtes Theaterstück, thematisiert es doch die damals brisante Frage, wie eine Partnerschaft oder gar Ehe ohne Lüge und Spießertum in Freiheit geführt werden könne. Die Lösung, die sich anbot, war die sogenannte offene Zweierbeziehung, d.h. Er und Sie fühlen sich zwar aneinander gebunden, sind aber laut…

b.05 Balletabend in der Deutschen Oper am Rhein

 

Schuberts Walzer in einer Einspielung mit Violine und Gitarre regten Martin Schläpfer zu seiner "Pezzi und Tänze" betitelten Choreographie an, die jetzt den Auftakt zu seinem fünften Ballettabend in der Deutschen Oper am Rhein bildet. Diese Walzer werden in Kontrast zu den 1956 entstandenen Tre Pezzi für Saxophon von Giacinto Scelsi gesetzt. Die Variationen des Dreiertaktes nimmt Schläpfer auf,…

"Die Länge von 100 Nadeln" von Josef Nadj im Tanzhaus NRW Düsseldorf

 

Auf ein ungarisches Sprichwort über die Arbeit, die nie endet und vergebens ist, bezieht sich der Titel "Die Länge von 1000 Nadeln" der Performance von Josef Nadj, die jetzt anlässlich von "Scene Ungarn in NRW" im Tanzhaus NRW zu sehen war. So merkwürdig wie der Titel war auch das ganze Unternehmen. Begleitet von lauter, live gespielter Musik, die Jazz mit Folklore anreicherte, traten acht…

Widersprüche

 

Was haben Burka und Bondage gemeinsam? Zwei scheinbare Gegensätze? Der Titel der neuen Produktion von Helena Waldmann macht neugierig und setzt Überlegungen in Gang. Die aktuellen Debatten über das Tragen der Burka in westlichen, christlich geprägten Ländern, das Verbot der Burka in Belgien, die widersprüchlichen Haltungen selbst in islamischen Ländern. Ist das Tragen der Burka Ausdruck von…

Das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt

 

"Wir sehen, daß in dem Maße, als in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt", schreibt Heinrich von Kleist 1810 in seiner kleinen Studie über das Marionettentheater, in der er Überlegungen zu Korrespondenzen zwischen Bewegungen der Marionetten und Tänzern anstellt. Als ästhetisches Kriterium hebt er Ruhe,…

Die Macht der Vampire

Ein Alptraum wird wahr. Der Milliardär Meisner ist entführt worden und findet sich auf einem OP-Tisch wieder. Zur Identifizierung wird ihm eine Gewebeprobe entnommen. Alles Argumentieren und Verhandeln nützt nichts. Zum ersten Mal in seinem Leben steht er einem ebenbürtigen Gegner gegenüber, ist ihm sogar ausgeliefert. Der Entführer Ronaldo fordert die aberwitzige Summe von 10 Milliarden Dollar,…

Gemischte Gefühle

 

"Baker's Dozen" von Twyla Tharp bildet den heiteren Auftakt des vierten Ballettabends von Martin Schläpfer in der Deutschen Oper am Rhein. Minutenlang lauscht das Publikum im unbeleuchteten Saal den vom Ragtime inspirierten Klängen von Willie "The Lion" Smith, am Klavier von Cécile Tallec gespielt, bevor dann die zwölf weiß gekleideten Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne wirbeln. Offenbar hat…

Frühlingserwachen

Als "L’Après-midi d’un Faune" nach der Musik von Claude Debussy im Jahre 1912 von Waslaw Nijinsky uraufgeführt wurde, löste es einen riesigen Skandal aus, und Nijinski wurde mit seiner bahnrechenden Interpretation zum Wegbereiter des modernen Tanztheaters. Marie Chouinard schuf 1994 eine eigene Version, in der sie die Selbstverliebtheit des Fauns betont, indem sie die Partien der Nymphen streicht…

Balzrituale

Endlich ist der Frühling gekommen, die Sonne scheint, es wird wärmer und beginnt zu blühen, die Tierwelt ist in Paarungslaune. Ganz passend zur Jahreszeit kam jetzt "Out of context" von Alain Platel im Tanzhaus NRW zur Aufführung. Das Stück beginnt ganz gemächlich, die sechs Tänzer und drei Tänzerinnen gehen einzeln aus dem Zuschauerraum auf die Bühne, entkleiden sich bis auf die Unterwäsche,…

Im Labyrinth

 

Unmöglich, die verwickelte Handlung des Orlando furioso von Ariost in kurzen Worten zusammenzufassen. Unmöglich, diese Geschichte auf der Bühne wiederzugeben. Dennoch scheint die Erzählung aus der Renaissance so zu faszinieren, dass sich Händel in drei Werken ihrer angenommen hat und dass sich Cocoon Dance jetzt schon zum zweiten Mal in einer Choreographie darauf bezieht. In "Orlando updated",…

Variationen

 

Für den zweiten Ballettabend in Düsseldorf hat Martin Schläpfer auf seine vom ballettmainz 2002 uraufgeführte, abendfüllende Choreografie "Kunst der Fuge" zurückgegriffen. Musikalische Grundlage bildet das gleichnamige Bachsche Werk, wobei Schläpfer fünf unterschiedlich instrumentierte Einspielungen ausgewählt hat, mit Cembalo, Klavier, Blockflöte, Saxophon und Streicher. Während der Zuschauer…

Totentanz der Liebe

 

Es ist eine alte Geschichte, doch immer wieder neu. In seiner Inszenierung für das Düsseldorfer Schauspielhaus setzt Michael Talke erfrischend Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" in Szene. Zwischen Alpha Romeo und Rover mit Veroneser Kennzeichen kämpft man mit Autoantennen statt mit Schwert und Degen, der Looser Peter verschwindet auch schon einmal im Kofferraum und die Liebesnacht von Romeo…

Neuschöpfung

Das Klonschaf Dolly hat wahrscheinlich schon das Zeitliche gesegnet, das erste Retortenbaby ist inzwischen selbst Mutter geworden, auf natürliche Weise. Aktuell ist eine Debatte darüber entbrannt, ob man ein Kind zeugen darf, das dann seinem erkrankten Geschwisterkind als Spender dienen soll. In seiner 2003 uraufgeführten Oper "Das Gesicht im Spiegel", die jetzt in einer revidierten Fassung in…

Das Öffentliche und das Private

 

Das Scheitern der Revolution ist absehbar. Statt der erhofften Freiheit hat sich Not und Gewalt breit gemacht. Georg Büchner lässt uns in seinem Drama "Dantons Tod" an diesem kritischen Punkt der französischen Revolution teilhaben. Danton, übergewichtig, ein Mensch voller Widersprüche, lebenshungrig, epikureisch, egozentrisch, dann wieder voller Lebensverdruss, an der Büchnerschen Krankheit…

Tänze der Nacht

 

In seinem dritten Ballettabend zeigte der neue Balletdirektor Martin Schläpfer an der Deutschen Oper am Rhein drei unterschiedliche Positionen des Ballettanzes. Die "Serenade" nach dem gleichnamigen Musikstück für Streicher von Peter I. Tschaikowsky ist dem klassischen Ballettanz verpflichtet und führt uns in den Zauber einer elfengleichen Mondnacht. Diese Choreografie von Georg Balanchine, 1934…

Im Wartesaal

 

Der 1900 an der Pariser Opéra comique uraufgeführte musikalische Roman "Louise" von Gustave Charpentier wird jetzt an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf in einer Inszenierung von Christoph Loy gezeigt, die bereits 2009 in Duisburg Premiere hatte. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überaus erfolgreich, ist die Oper heue fast in Vergessenheit geraten.

 

Die Oper spielt im…

Wenn Sehnsüchte baden gehen

 

Tennessee Williams’ psychologisches Drama "Endstation Sehnsucht", 1947 in New York uraufgeführt, 1951 von Elia Kazan mit Vivien Leigh und Marlon Brando verfilmt, hatte jetzt in einer Neuinszenierung von Stephan Rottkamp am Schauspielhaus Düsseldorf Premiere. Der Titel, im Original "A Streetcar named Desire", bezieht sich auf die Straßenbahnen in New Orleans, die statt Nummern den Namen der…

Liebespilgerschaft

 

Die Deutsche Oper am Rhein startet mit der deutschen Erstaufführung der lyrischen Komödie "Les Paladins" von Jean-Philippe Rameau eine Serie mit Opern des französischen Barockkomponisten. Rameau vereint in dieser Oper die französische höfische Vorliebe der Ballettmusik mit Elementen der italienischen opera buffa.

 

Die Handlung der 1760 uraufgeführten Oper in drei Akten ist schnell erzählt:

Ar…

Mystischer Totentanz

 

Liebe, Tod und Teufel, ein vielfach bearbeitetes Thema in der Kunst. Man möchte meinen, dazu sei schon alles gesagt. Die neue Performance von Ben J. Riepe findet dennoch dafür ungewöhnliche Bilder. Sein Stück "Liebe, Tod und Teufel" beginnt ganz ruhig ohne Musik. Ein Mann, in schwarz gekleidet mit hohem Hut, zwingt einer Frau, die wie eine Gliederpuppe agiert, Bewegungsformen auf, die diese so…

Die Gerhirnwindungen eines Gewalttäters

Im Rahmen des Festival TEMPS D´IMAGES im Düsseldorfer Tanzhaus NRW führte der französische Choreograph Fabien Prioville sein Solostück "Jailbreak Mind" auf. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, inwieweit gewalttätige Computerspiele die Gewaltbereitschaft fördern. Fabien Prioville tanzte in der kanadischen Tanzkompagnie La La Human Steps von Édouard Lock und war sieben Jahre lang Mitglied des…

Louise Lecavalier im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

 

Mit einem Doppelprogramm war Louise Lecavalier am 4. und 5. Dezember 2009 im Tanhzaus NRW zu Gast. Die 1958 geborene kanadische Tänzerin war fast zwei Jahrzehnte lang (von 1981 - 1998) das Aushängeschild der Tanztruppe La La La Human Steps unter dem Choreografen Édouard Lock.

 

Der Tanzabend begann mit der deutschen Erstaufführung des von Nigel Charnock choreografierten "Children". Dabei tanzte…

Überraschendes Ende einer Geburtstagsfeier

Richard Strauss Musikdrama "Salome", 1905 in der Hofoper Dresden uraufgeführt, ist jetzt in einer Neuinszenierung von Tatjana Gürbaca an der Deutschen Oper in Düsseldorf zu sehen.

 

Tatjana Gürbaca hat dafür ein gegenläufiges Konzept entwickelt. Der Blick als ein großes Thema dieser Oper findet quasi nicht statt. Die vielfachen textlichen Aufforderungen, einander anzublicken, werden nicht…

Feldforschung beim Mann

Auf leeren Kölschkisten sitzend konnten die Zuschauer im Tanzhaus NRW 50 Minuten lang der Begegnung zwischen dem Schauspieler Felix Voigt und dem Tänzer Felix Marchand, beides Männer über 30, zuschauen.

 

Dem jugendlichen Alter entwachsen, kommt es zur ersten Sinnkrise im Männerleben und es steht jetzt eine Klärung der Frage an, was man eigentlich im Leben erreichen will. Silke Z. nutzt diese…

Kein kalter Kaffe. Eine alte Geschichte neu erzählt.

 

 

"Die Leiden des jungen Werther", von Goethe im Jahr 1774 geschrieben und im gleichen Jahr veröffentlicht, ist d e r Roman einer Generation, in der die Jugend am Ende des 18. Jahrhunderts sich und ihre Gefühle widergespiegelt fand. Mit Heinrich Heine (auf eine etwas andere Konstellation gemünzten Zeilen) gesagt: "Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu": ein Junge liebt ein…

Gelungener Einstand

 

An der Deutschen Oper am Rhein gab der neue Ballettdirektor Martin Schläpfer mit einem dreiteiligen Programm in Düsseldorf seinen Einstand. In nur sieben Wochen gelang es ihm, die Tänzer zweier Kompanien, der aus Mainz mitgebrachten und der in Düsseldorf verbliebenen, zu einem Ensemble zusammenzuführen und ein neues Stück zu kreieren. Eine ganz erstaunliche Leistung.

 

Der Abend begann mit…

Kritiken

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und…

Von: Dagmar Kurtz

Distanziert

Man hat sich fein gemacht für das Fest bei den Capulets, alles glänzt und glitzert, die Damen tragen weite Tellerröcke…

Von: Dagmar Kurtz

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