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Oper

Gefesselt

Das Licht ist nicht richtig, der Tanzpartner bewegt sich nicht schnell genug, die drei Musiker machen nicht, was sie sollen. Shanell Winlock hat viel zu tun, um die Männer in Gregory Mansons Stück "Southern Comfort" dazu zu bewegen, ihren Anweisungen für die Probe einer Choreographie zu folgen. Ihr ständiges Herumgenörgle und ihren Kommandoton haben sie schnell leid. Anfangs sind die Versuche sich…

Die dunkle Seite des Seins

Renommierte Choreographen empfehlen junge Künstler, das ist die Idee der Reihe "Global Dance Alliances" des Tanzhauses NRW. Dank der diesmaligen Mentoren Gregory Maqoma und Sidi Larbi Cherkaoui wurden die Zuschauer in einem Doppelprogamm mit zwei ausdrucksstarken, südafrikanischen Choreographinnen bekannt gemacht.

 

Sonia Radebe tritt mit einer Grubenlampe, geschickt unter einem mit Geäst…

Vögel, Menschen, Wölfe

 

Vier unterschiedliche Stücke hat Martin Schläpfer für seinen achten Ballettabend an der deutschen Oper am Rhein zusammengestellt. Sein "Streichquarett" von 2005, mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet, bildet den Auftakt. Eindrucksvoll kommt dabei sein eigner Stil der Akzentuierung und leichten Verzögerung in der Synchronismus zur Geltung,. Die zeitgenössische Musik Witold…

Vergessen und Erinnern

 

Verspielt und manchmal auch slapstickartig setzt sich Kaori Ito in ihrem Dreipersonenstück "Island of no memory" mit dem Thema des Erinnerns auseinander. So zeigt sie, dass der Verlust des Erinnerungsvermögens nicht nur zu Angst und Unsicherheit führen muss,. sondern auch Freude am Wiederentdecken hervorrufen kann. Über Alltagsgeräusche findet sich die Erinnerung wieder, indem nämlich Geräusche…

Übergänge

Die russische Choreografin Olga Pona ist den Düsseldorfern schon durch diverse Gastspiele im Tanzhaus NRW bekannt, und so lässt sich ihre choreographische Entwicklung gut verfolgen. Bereits vor zwei Jahren hatte sie den Weg in die Abstraktion eingeschlagen. In ihrem jüngsten abendfüllenden Stück "Continuous Interruptions" fehlen erzählerische Elemente völlig. Dass wie in ihren bisherigen Stücken…

Pur und Romantisch

 

Wie schon in seinen bisherigen Ballettabenden für die Deutsche Oper am Rhein bringt Martin Schläpfer auch in seinem siebten unterschiedliche Choreographien zur Aufführung. Hans van Manens Stück "Compositie" aus dem Jahre 1994 bildet den Auftakt des Abends. Zwei einfache quadratische Holztische auf Eck, parallel in den Raum gestellt, davor einfache Holzhocker. So klar wie das Bühnenbild sind auch…

Feuer der Leidenschaften

 

Brauchen wir heute noch Helden? Und wenn ja, wie sollten sie sein? In einem Prolog zu seinem neuesten Stück "Prometheus Landschaft II" lässt Jan Fabre vielfältige Möglichkeiten durch-deklinieren; immer von der Frage begleitet, ob man verzweifelt sei, und einer anschließenden aggressiven Aufzählung von bedeutenden und weniger bedeutenden Psychoanalysten unterbrochen, die der Protagonist, dem…

Wir und die Anderen

Elektronische Musik, unterlegt mit Vogelgezwitscher und Grillenzirpen. Drei Skulpturen, an Kricke-Plastiken erinnernd, ein filigranes Drahtgespinst, Schattenrisse auf der Wand. Das ist der atmosphärische Hintergrund, vor dem sich Priovilles Stück "Nous" entfaltet. Drei Tänzer versuchen in 80 Minuten auszuloten, wo sich die Grenzen zwischen dem Ich und dem Anderen befinden. Wie weit kann ich gehen,…

Geknirsch im Körpergebälk

Was geschieht, wenn wir unseren Körper bewegen? In atemberaubendem Tempo ruft uns eine Performerin des Australian Dance Theatre in Erinnerung, wie komplex das System Mensch ist, was bei einer einzelnen langsamen Bewegung in Muskeln und Gehirn abläuft. Allein um in etwa synchron mit der Bewegung ihres Partners zu sein - der simplen Anhebung eines Fußes - braucht es dieses rasend schnelle Tempo der…

Im Warteraum

 

Warten auf den Abflug, Warten auf die Abfertigung. Warten auf die Ankunft der Liebsten. Das ist das Ausgangszenarium von Stephanie Thierschs neuester Choreographie "as if (we would be)", die am 15.01.2011 im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Die Warteräume der Flughäfen der Welt ähneln sich und die Verhaltensweisen der Wartenden ebenso. Thiersch hat die Wartenden genau studiert und dabei einzelne…

Jonglieren in virtueller Landschaft

 

Präzision zeichnet sowohl Informatik als Jonglierkunst aus. Und wenn beides aufeinander trifft, entsteht eine überaus poetische Performance, zumindest wenn man Adrien Mondot heißt und wenn man beides zu verbinden weiß. Im Tanzhaus NRW war jetzt anlässlich des Festivals Temps d'Image seine Kreation "Cinématique" als deutsche Erstaufführung zu sehen. Kongenial verknüpft Mondot dabei Tanz mit…

Effiziente Partnersuche?

 

Nach drei bis zehn Sekunden ist alles gelaufen, dann ist entschieden, ob man das Gegenüber sympathisch oder unsympathisch findet. Das, was man Intuition nennt, speist sich dabei aus der Mimik und Gestik. Und natürlich ist auch das Aussehen entscheidend, wenn Männer Frauen wählen mehr als andersherum.

 

Kathrin Spaniol hat für ihr Stück "7 minutes", das jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde,…

Young Korean Choreographers´ Night im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

"Transforming View" des Oh! My Life Movement Theater ist eine zeitgenössische Form- und Bewegungsstudie, die auch Qi Gong-Bewegungen in die Choreographie integriert. Park Young-Cool und Jung Lee Su waren absolut aufeinander bezogen und lieferten ein Beispiel äußerster Präzision.

 

Das nachfolgende Solo "Performing Dream" von Lee Sun A bot dagegen ein stilistisches Kontrastprogramm. In virtuoser,…

Koreanisches Lebensgefühl

 

Der dritte Abend des Festivals Kore-A moves, das mit der koreanischen Tanzszene bekannt machen möchte, wurde mit drei zeitgenössischen Stücken vom Laboratory Dance Project, der Kompagnie der Korean National University of Arts, im Tanzhaus NRW gestaltet. Diese gehört, wovon man sich an diesem Abend überzeugen konnte, zu den führenden Ausbildungsinstituten für Tanz in Korea.

 

"Will you Promise"…

Zwischen Tradition und Moderne

 

Mit der lebendigen koreanischen Tanzszene, die hierzulande unbegreiflicherweise wenig Beachtung findet, möchte das Tanzhaus NRW im Rahmen des Festivals "Kore-a Moves" bekannt machen. Die Bandbreite reicht vom religiös-zeremoniell geprägten über den klassisch-modernen Tanz bis hin zu jungen noch unbekannten Choreographien. Den zweiten Abend dieses Festival gestalteten zwei Kompagnien, die dem…

Schattenspiele

 

Now & Next, so nennt sich eine Programmreihe des Tanzhauses NRW, die auf junge Talente aufmerksam machen will. In diesem Rahmen war im Oktober 2010 zunächst die Performance "Beginning" zu sehen. Während Andrea Bolzic, ganz in Weiß gekleidet, sich bewegte, zeichnete Julia Willms dazu mit schwarzer Tusche auf einen langen Papierstreifen, der horizontal hin und her gezogen wurde. Für den Zuschauer…

Auf den Hund gekommen

Hundstage das sind die heißen Sommertage, von denen es in diesem Sommer mehr als genug gab. Und "Hundstage" betitelt Ben J. Riepe sein neuestes Stück, das während eben dieser heißen Tage im Mousonturm in Frankfurt entstand, und jetzt im Tanzhaus NRW uraufgeführt wurde. Es handelt davon, was übrig bleibt, wenn die Liebe auf den Hund gekommen ist, nämlich Eifersucht, Tränen und zurückgewiesener…

Tradition und Moderne

 

Wie Schattenrisse bilden sich die Silhouetten zweier Tänzer vor einer Videoleinwand ab. Es donnert und regnet. Mit diesem stimmungsvollen Gewitterbild beginnt die Aufführung von "Le Sacre du Printemps" der Companie Heddy Maalem. Sie bildete den Abschluss des SACRE PLUS Festivals im Tanzhaus NRW.

 

Die Kompanie des französischen Choreographen algerischen Ursprungs setzt sich aus Tänzern aus…

Der enthusiastische Dirigent

 

Im Rahmen des Festivals "Sacre Plus" trat Xavier Le Roy im Tanzhaus NRW auf. Der französische Choreograph sorgte mit seiner ungewöhnlichen Interpretation von Igor Strawinskys "Sacre du Printemps" für Irritationen, denn statt einer getanzten Version sah man ihm beim Dirigieren eines imaginären Orchesters zu. Das wirkte anfangs etwas ermüdend. Es brauchte einige Zeit, um sich darauf einzulassen.…

Bekannte Gefühle

 

Dario Fos Stück "Offene Zweierbeziehung", 1983 uraufgeführt, war in den 1980er Jahren ein beliebtes Theaterstück, thematisiert es doch die damals brisante Frage, wie eine Partnerschaft oder gar Ehe ohne Lüge und Spießertum in Freiheit geführt werden könne. Die Lösung, die sich anbot, war die sogenannte offene Zweierbeziehung, d.h. Er und Sie fühlen sich zwar aneinander gebunden, sind aber laut…

b.05 Balletabend in der Deutschen Oper am Rhein

 

Schuberts Walzer in einer Einspielung mit Violine und Gitarre regten Martin Schläpfer zu seiner "Pezzi und Tänze" betitelten Choreographie an, die jetzt den Auftakt zu seinem fünften Ballettabend in der Deutschen Oper am Rhein bildet. Diese Walzer werden in Kontrast zu den 1956 entstandenen Tre Pezzi für Saxophon von Giacinto Scelsi gesetzt. Die Variationen des Dreiertaktes nimmt Schläpfer auf,…

"Die Länge von 100 Nadeln" von Josef Nadj im Tanzhaus NRW Düsseldorf

 

Auf ein ungarisches Sprichwort über die Arbeit, die nie endet und vergebens ist, bezieht sich der Titel "Die Länge von 1000 Nadeln" der Performance von Josef Nadj, die jetzt anlässlich von "Scene Ungarn in NRW" im Tanzhaus NRW zu sehen war. So merkwürdig wie der Titel war auch das ganze Unternehmen. Begleitet von lauter, live gespielter Musik, die Jazz mit Folklore anreicherte, traten acht…

Widersprüche

 

Was haben Burka und Bondage gemeinsam? Zwei scheinbare Gegensätze? Der Titel der neuen Produktion von Helena Waldmann macht neugierig und setzt Überlegungen in Gang. Die aktuellen Debatten über das Tragen der Burka in westlichen, christlich geprägten Ländern, das Verbot der Burka in Belgien, die widersprüchlichen Haltungen selbst in islamischen Ländern. Ist das Tragen der Burka Ausdruck von…

Das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt

 

"Wir sehen, daß in dem Maße, als in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt", schreibt Heinrich von Kleist 1810 in seiner kleinen Studie über das Marionettentheater, in der er Überlegungen zu Korrespondenzen zwischen Bewegungen der Marionetten und Tänzern anstellt. Als ästhetisches Kriterium hebt er Ruhe,…

Die Macht der Vampire

Ein Alptraum wird wahr. Der Milliardär Meisner ist entführt worden und findet sich auf einem OP-Tisch wieder. Zur Identifizierung wird ihm eine Gewebeprobe entnommen. Alles Argumentieren und Verhandeln nützt nichts. Zum ersten Mal in seinem Leben steht er einem ebenbürtigen Gegner gegenüber, ist ihm sogar ausgeliefert. Der Entführer Ronaldo fordert die aberwitzige Summe von 10 Milliarden Dollar,…

Gemischte Gefühle

 

"Baker's Dozen" von Twyla Tharp bildet den heiteren Auftakt des vierten Ballettabends von Martin Schläpfer in der Deutschen Oper am Rhein. Minutenlang lauscht das Publikum im unbeleuchteten Saal den vom Ragtime inspirierten Klängen von Willie "The Lion" Smith, am Klavier von Cécile Tallec gespielt, bevor dann die zwölf weiß gekleideten Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne wirbeln. Offenbar hat…

Frühlingserwachen

Als "L’Après-midi d’un Faune" nach der Musik von Claude Debussy im Jahre 1912 von Waslaw Nijinsky uraufgeführt wurde, löste es einen riesigen Skandal aus, und Nijinski wurde mit seiner bahnrechenden Interpretation zum Wegbereiter des modernen Tanztheaters. Marie Chouinard schuf 1994 eine eigene Version, in der sie die Selbstverliebtheit des Fauns betont, indem sie die Partien der Nymphen streicht…

Balzrituale

Endlich ist der Frühling gekommen, die Sonne scheint, es wird wärmer und beginnt zu blühen, die Tierwelt ist in Paarungslaune. Ganz passend zur Jahreszeit kam jetzt "Out of context" von Alain Platel im Tanzhaus NRW zur Aufführung. Das Stück beginnt ganz gemächlich, die sechs Tänzer und drei Tänzerinnen gehen einzeln aus dem Zuschauerraum auf die Bühne, entkleiden sich bis auf die Unterwäsche,…

Im Labyrinth

 

Unmöglich, die verwickelte Handlung des Orlando furioso von Ariost in kurzen Worten zusammenzufassen. Unmöglich, diese Geschichte auf der Bühne wiederzugeben. Dennoch scheint die Erzählung aus der Renaissance so zu faszinieren, dass sich Händel in drei Werken ihrer angenommen hat und dass sich Cocoon Dance jetzt schon zum zweiten Mal in einer Choreographie darauf bezieht. In "Orlando updated",…

Variationen

 

Für den zweiten Ballettabend in Düsseldorf hat Martin Schläpfer auf seine vom ballettmainz 2002 uraufgeführte, abendfüllende Choreografie "Kunst der Fuge" zurückgegriffen. Musikalische Grundlage bildet das gleichnamige Bachsche Werk, wobei Schläpfer fünf unterschiedlich instrumentierte Einspielungen ausgewählt hat, mit Cembalo, Klavier, Blockflöte, Saxophon und Streicher. Während der Zuschauer…

Kritiken

Abwärts

Haushohe Bretterverschläge, die sich verschieben, sich verdrehen, zu Labyrinthen werden, in denen sich K. in der…

Von: Dagmar Kurtz

Farbe, Form, Bewegung

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. In die vielfachen feierlichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr, die…

Von: Dagmar Kurtz

Von Welten und Phantasien

Gleich mit drei Uraufführungen wartet "b37" in der Deutschen Oper am Rhein auf, dieses Mal ohne eine eigene…

Von: Dagmar Kurtz

Sehnsucht

Bereits zum Einlass schreitet Raimund Hoghe betont langsam die Bühne ab, eine gläserne Wasserschale tragend. So wird der…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Rhein

Drei verschrobene ältere Damen treffen sich im Gartenlokal mit Blick auf den Rhein beim Kännchen Kaffee und Kuchen,…

Von: Dagmar Kurtz

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